Veranstalter:
Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
13. – 15. Okt. 2026

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Von Leuchttürmen hin zum leuchtenden Land

Projekte, die in die Fläche und Breite gehen, mehr Souveränität und vor allem Resilienz: Die digitalen Vorreiterstädte München und Bamberg zeigen die Zukunft der Smart City.

Vier Personen sprechen auf der Red Stage der Smart Country Convention.

Foto: Messe Berlin

Weg vom Flugtaxi hin zu Verwaltungsdienstleistungen, die für alle so reibungslos funktionieren wie Onlinebanking – so beschreibt Laura Dornheim, IT-Referentin und Münchens Chief Digital Officer (CDO), den Wandel in der Digitalisierungsstrategie der bayerischen Landeshauptstadt. „Für uns geht es von großen Versprechungen hin zu Technologie, mit der der Alltag funktioniert und über die man sich möglichst wenig Gedanken machen muss“, sagte Dornheim beim Panel „Die Smart City von morgen: Worauf arbeiten wir eigentlich hin?“.

Statt auf Leuchtturmprojekte zu setzen, sei das Ziel, in die Fläche und Breite zu gehen und die Täler einzuebnen, die es stadtweit noch gebe. „In einer Zeit, in der wir extrem aufs Geld schauen müssen, gibt es weniger Spielraum für Experimente und wir müssen viel stärker darauf blicken, dass es einen direkten Mehrwert für alle hat durch eine Verwaltung, die zeitgemäß funktioniert“, erklärte Dornheim. Zum Beispiel dadurch, dass Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr via Smartphone den Wohnsitz ummelden, ihr Kind in der Kita anmelden oder einen Anwohnerparkausweis beantragen könnten.

Ausdrucken nur mit Nachweis

Ein Weg, die Täler zwischen den Leuchttürmen zu schließen, ist in München, Papier zu „illegalisieren“. „Wer noch Dinge ausdruckt, muss eine Landes- oder Bundesrechtsnorm vorweisen, die das erfordert, ansonsten ist digitales Arbeiten der Standard“, sagte die Münchner Expertin. So müsse nicht erst evaluiert werden, welcher Prozess papierlos sein könne.

Bundesweit soll München, das beim Bitkom Smart City Index seit Jahren ganz vorne mit dabei ist, allerdings ein Leuchtturm bleiben. „Wir brauchen eine Struktur, die den Transfer von Tools und Wissen unterstützt. Damit wir von Leuchttürmen zu einem leuchtenden Land werden“, so Dornheim. Dazu gehöre auch die digitale Souveränität in Krisenszenarien unterschiedlichster Art, um die Handlungsfähigkeit der Kommunen zu sichern.

Sicherheit im Krisenfall

Für Sascha Götz, Programmleiter Smart City bei der Stadt Bamberg, bedeutet „smart“ in erster Linie: fit für Krisen. „Klar, es geht um digitale Projekte, um Stadtentwicklung, Open Soure, Skalierbarkeit und Souveränität, aber entscheidend ist der Transfer auf die nächste Herausforderung, nämlich die Resilienz der Kommunen.“

Die Lerneffekte und Infrastrukturen der Smart-City-Projekte auf die Krisenreaktionsfähigkeit zu übertragen, das sei wirklich smart. „Die Kommunen spielen im Krisenfall eine wichtige Rolle“, sagte Götz. Bamberg versuche deshalb beispielsweise, Daten aus kritischen Infrastrukturen wie Stadtwerken und Krankenhäusern sowie aus der Verwaltung für den Ernstfall zusammenzuführen und verfügbar zu machen. Damit die Leuchttürme blinken, auch wenn der Strom weg ist.

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