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Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
5. – 7. Okt. 2027

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„Es geht um die Sicherheit unserer Gesellschaft als Ganzes“

Um gegen Cyberangriffe, Spionage und Sabotage gewappnet zu sein, sind für die deutsche Wirtschaft Resilienz, Prävention und schnelle Reaktionen entscheidend.

Vier Personen auf der Plaza Stage der Smart Country Convention.

Foto: Messe Berlin

Unternehmen in Deutschland sind durch veränderte Bedrohungslagen dreifach unter Druck: Cyberangriffe können Produktion und Geschäftsprozesse beeinträchtigen, Wirtschaftsspionage gefährdet Know-how und Wettbewerbsfähigkeit, Sabotage trifft kritische Infrastrukturen und Lieferketten. Wie sie sich schützen und im Krisenfall handlungsfähig bleiben können, darauf liefert das Panel „Resiliente Wirtschaft: Unternehmen zwischen Cyberangriff, Spionage und Sabotage“ Antworten.

„Es ist nicht die Frage, ob wir Opfer eines Angriffs werden, sondern wie wir damit umgehen“, sagt Dr. Bernd Calaminus, Leiter Business Resilience bei der EnBW AG, einem Energieunternehmen und Betreiber kritischer Infrastruktur.

Wichtig seien Resilienz und Prävention, etwa durch die Entwicklung von Szenarien und analogen Ausweichprozessen, um die Business Continuity zu gewährleisten.

„Aber wir können keine 150.000 Kilometer Stromnetz überwachen oder alle 300 Umspannwerke absichern“, sagt Calaminus. Das sei auch eine Kostenfrage. „Entscheidend ist auch, nach einem Angriff schnell wieder auf die Beine zu kommen.“

Gemeinsames Lagebild für Wirtschaft und Behörden

Christian Fischbach, Head of Strategy, Markets & Business Development bei Schwarz Digits Defence, der als Teil der Schwarz Gruppe mit Lidl und Kaufland für die Lebensmittelbranche sprach, wünscht sich mehr multinationalen Austausch und gemeinsame Lösungskonzepte. „Wir als Unternehmen der kritischen Infrastruktur sollten nicht nur als Betroffene, sondern auch als Akteure in Verteidigungskonzepte eingebunden werden“, sagt er. Neben gemeinsamen Übungen wäre für ihn auch ein digitales Lagebild wünschenswert, in dem alle verfügbaren Informationen live abrufbar sind, in das Unternehmen aber auch eigene Daten einspielen können.

Derzeit seien die Lagebilder verschiedener Stellen noch nicht einmal zentral und systematisch zusammengeführt, sagt Dr. habil. Annegret Bendiek, Senior Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. „Wir brauchen einen Mentalitätswandel: es ist nicht die staatliche Sicherheit oder die der Wirtschaft, sondern die Sicherheit unserer Gesellschaft als Ganzes, wir sind eine Einheit“, sagt Bendiek. Idealerweise müsse man so ein Lagebild dann auch gesamteuropäisch denken.

Die Unternehmen könnten dabei mehrfach eine wichtige Rolle spielen. „Die Wirtschaft geht mit zu wenig Selbstbewusstsein ran. Sie muss Teil eines nationalen Sicherheitsrats sein und das auch einfordern“, sagt die Wissenschaftlerin. Gerade bei leeren öffentlichen Kassen sei es Aufgabe der Wirtschaft, die Forschung mit voranzutreiben, um den Bedrohungen nicht nur organisatorisch, sondern auch technisch begegnen zu können.

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