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Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
5. – 7. Okt. 2027

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Der Marktplatz D ist freigeschaltet

In einem neuen Portal können sich Unternehmen für Aufträge der öffentlichen Verwaltung bewerben. Die Vergabe wird schneller und bietet auch kleinen Firmen neue Chancen.

Vier Personen sprechen auf der Red Stage Stage der Smart Country Convention vor Publikum.

Foto: Messe Berlin

„Wir werden den öffentlichen Einkauf verändern“, verspricht Robert Thiele, Referent des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung. Tatsächlich kommt das, was er auf der SCCON 2026 vorstellt, einer kleinen Revolution gleich: der Marktplatz D – eine bundesweite Plattform für die öffentliche Beschaffung. Unternehmen können sich dort mit ihrem Profil registrieren, Beschaffungsstellen können ihre Bedarfe ausschreiben. Eine KI gleicht Ausschreibungen und Angebote ab und schlägt passende Matches vor.

Innovative Unternehmen zum Zug kommen lassen

Für Unternehmen sei der Zugang zu öffentlichen Aufträgen bisher ein Problem, befindet Thiele: Tausende Vergabestellen, eine Vielzahl von Plattformen, unterschiedlichste Formulare, die auszufüllen sind – all das führe dazu, dass insbesondere der innovative Mittelständler, Start-ups und andere junge Unternehmen bei Ausschreibungen selten zum Zug kommen. Der Marktplatz D richtet sich nun an zwei Gruppen: „Wir wollen, dass Unternehmen einen besseren Zugang finden zum staatlichen Geschäft“, sagt Thiele. „Und wir wollen die Beschaffung einfacher machen.“

Ein Schaufenster für Anbieter

Der Marktplatz sei „nicht noch eine Vergabeplattform“, sondern ein offenes Ökosystem, in dem bestehende Anwendungen ihren Platz finden. Den Anfang machen kleinere Aufträge, die Behörden ohne förmliches Vergabeverfahren vergeben können. Für Unternehmen und Startups sei das Portal wie ein Schaufenster, in dem sie passende Produkte präsentieren.

Begleitung durch den Beschaffungsprozess

Die Mitarbeitenden in den Beschaffungsstellen wiederum werden von einem KI-Agenten durch den Prozess geführt. Die KI fragt nach dem genauen Bedarf und bestimmten Suchkriterien wie etwa regionalen Angeboten. Sie durchsucht die Portfolios der registrierten Unternehmen, vergleicht Angebote und gibt Empfehlungen ab. Rahmenverträge und andere Anforderungen sind im System hinterlegt. Die KI übernimmt zudem die Dokumentation des gesamten Prozesses.

Pilotregion Berlin – der Abschied von den Excel-Tabellen

Das Land Berlin hat die Entwicklung als Pilotregion begleitet – und freut sich über die Erleichterung. Bislang hätten Mitarbeiter in mehr als hundert Vergabestellen mit Zigtausenden Excel-Tabellen hantiert, sagt Tim Gähme, Stab CDO beim Regierenden Bürgermeister von Berlin. Nun könnten sie endlich Daten einheitlich und auf Knopfdruck erheben.

Auch Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, zeigt sich erleichtert. Nur noch knapp 20 Prozent der Unternehmen hätten sich an öffentlichen Aufträgen beteiligt. „Das ist für alle Seiten schlecht.“ Die Logik bei der Vergabe müsse sich umkehren. Statt bei Unternehmen ellenlange Listen von Referenzen einzufordern, benötige es für öffentliche Aufträge doch eines: „Wir brauchen die beste Idee.“

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