Smart Country Startup Award 2026: Diese fünf Startups wollen den Staat smarter machen
KI für Behörden, smarte Straßen und digitale Verwaltungsprozesse: Fünf Startups stehen im Finale des Smart Country Startup Award 2026 auf der SCCON in Berlin.

Das Startup GovIntel aus Berlin hat den Smart Country Startup Award 2025 gewonnen. Foto: Messe Berlin
Wie lassen sich Verwaltungsprozesse beschleunigen, Behördennetze besser schützen oder bestehende Infrastrukturen intelligenter nutzen? Beim Smart Country Startup Award 2026 zeigen fünf junge Unternehmen, wie digitale Technologien ganz konkrete Herausforderungen des öffentlichen Sektors lösen können.
Am 14. Oktober 2026 treten die Finalistinnen und Finalisten auf der Smart Country Convention in Berlin gegeneinander an. Im Pitch präsentieren sie ihre Lösungen vor Jury und Publikum. Gesucht wird das Startup mit der überzeugendsten Idee für einen modernen und digitalen Staat.
Vergeben wird der Award von Get Started, der Startup- und Scaleup-Initiative des Digitalverbands Bitkom. Unterstützt wird der Wettbewerb von Deloitte und der de:hub Initiative.
Fünf Lösungen für die digitale Verwaltung und Smart City
Die Bandbreite der Finalisten-Startups zeigt, wie vielfältig die Digitalisierung des öffentlichen Sektors inzwischen ist: von Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit über Ausländerbehörden bis hin zu smarter Infrastruktur und digitalen Finanzprozessen.
ellamind: Agentische KI für die Verwaltung
Das Bremer Startup ellamind entwickelt KI-Agenten für Verwaltungsaufgaben. Ein möglicher Einsatzbereich ist die digitale Barrierefreiheit: Die Technologie kann Websites automatisiert auf Anforderungen wie ausreichende Kontraste, Alternativtexte oder Tastaturbedienbarkeit überprüfen.
Aus der Analyse entsteht ein nachvollziehbarer Prüfbericht. Damit zeigt das Startup, wie agentische KI in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden kann, um standardisierbare Prüf- und Arbeitsprozesse zu unterstützen.
ENVIOTECH: Straßenlaternen werden zur Smart-City-Infrastruktur
ENVIOTECH aus Frankfurt am Main setzt bei einer Infrastruktur an, die in nahezu jeder Kommune bereits vorhanden ist: der Straßenbeleuchtung.
Bestehende Leuchten werden mit Sensorik, Kommunikationstechnologie und KI nachgerüstet. So kann vorhandene Infrastruktur für neue Smart-City-Anwendungen genutzt werden, ohne komplette Systeme ersetzen zu müssen.
Der Ansatz zeigt, wie Digitalisierung auch über die intelligente Weiterentwicklung bestehender kommunaler Infrastruktur funktionieren kann.
Parto: Digitale Zahlungsprozesse in Pflege und Betreuung
Das Hamburger Startup Parto digitalisiert Zahlungs- und Verwaltungsprozesse in sozialen Einrichtungen.
Die Plattform bietet digitale Konten, Karten und automatisierte Abläufe unter anderem für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und der Altenhilfe.
Damit adressiert Parto einen Bereich, in dem Verwaltungsaufwand häufig wertvolle Zeit bindet – und zeigt, wie digitale Prozesse Mitarbeitende in Pflege und Betreuung entlasten können.
PID1: Zero Trust für Behördennetze
Mit zunehmender Digitalisierung wächst auch die Bedeutung von Cybersicherheit im öffentlichen Sektor. Das Berliner Startup PID1 entwickelt dafür eine Lösung, mit der sich Zero-Trust-Konzepte in Behördennetzen umsetzen lassen.
Die Software ermöglicht identitätsgebundene Zugänge zu Anwendungen und Diensten. Ein wichtiger Aspekt für öffentliche Einrichtungen: Die Lösung kann auch im eigenen Rechenzentrum der jeweiligen Behörde betrieben werden.
VisaFlow: Aufenthaltsverfahren digital koordinieren
VisaFlow aus Köln nimmt sich eines besonders komplexen Verwaltungsbereichs an: Aufenthaltsverfahren in Ausländerbehörden.
Die Lösung koordiniert Prüfpfade digital und automatisiert einzelne Prozessschritte. Entscheidungen sollen dabei nachvollziehbar bleiben und weiterhin unter menschlicher Kontrolle getroffen werden.
Das Ziel: komplexe Verfahren besser strukturieren und gleichzeitig Transparenz und Nachvollziehbarkeit erhalten.
Startups als Partner der Verwaltungsmodernisierung
Viele Herausforderungen der Verwaltungsdigitalisierung liegen weniger darin, dass Technologien grundsätzlich fehlen. Entscheidend ist häufig, Lösungen schnell in bestehende Prozesse zu integrieren und in die praktische Anwendung zu bringen.
Genau hier können Startups eine wichtige Rolle spielen: Sie entwickeln spezialisierte Lösungen, testen neue technologische Ansätze und können bestehende Prozesse neu denken.
„Der öffentliche Sektor muss und will moderner und digitaler werden, kommt aber oft noch nicht oder nur zu langsam voran. Startups können die Transformation deutlich beschleunigen“, sagt Daniel Breitinger, Leiter Startups und Scaleups beim Bitkom.
Der Smart Country Startup Award bringt deshalb junge Technologieunternehmen mit den Menschen zusammen, die solche Lösungen in Städten, Kommunen und Behörden einsetzen können.
Finale am 14. Oktober auf der Smart Country Convention
Welches Startup die Jury überzeugen kann, entscheidet sich am 14. Oktober 2026 auf der Smart Country Convention in Berlin.
Das Gewinner-Startup erhält einen Bühnenslot auf der Smart Country Convention 2027 sowie eine einjährige Mitgliedschaft bei Get Started im Bitkom.
Die fünf Finalistinnen und Finalisten stehen dabei exemplarisch für zentrale Fragen, die auch die SCCON prägen: Wie kann Künstliche Intelligenz sinnvoll in der Verwaltung eingesetzt werden? Wie werden digitale Infrastrukturen sicherer? Und wie können Städte und Behörden digitale Lösungen schneller in die Anwendung bringen?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen, gibt es ab dem 13. Oktober auf der Smart Country Convention in Berlin.