Veranstalter:
Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
13. – 15. Okt. 2026

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Gastbeitrag AKDB: KI und Datenschutz schließen sich nicht aus

KI kann Verwaltungsprozesse beschleunigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten. Entscheidend sind sichere Infrastrukturen, klare Regeln und der Sprung vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb.

Publikum sitzt vor einer Bühne mit vier Personen in Gesprächsrunde und großem Bildschirm mit AKDB-Logo auf der Smart Country Convention 2025 in Berlin

AKDB auf der Smart Country Convention 2025. Foto: Messe Berlin

KI entlastet Beschäftigte in der Sachbearbeitung, macht Verwaltungswissen leichter zugänglich und verbessert den Bürgerservice. Doch oft fehlen die Voraussetzungen für einen sicheren und dauerhaften Betrieb. Christian Davepon, Head of AI bei der AKDB, spricht darüber, welche Lösungen heute schon existieren und was in fünf Jahren in punkto KI zu erwarten ist.

Wo kann KI in der öffentlichen Verwaltung schon heute einen messbaren Unterschied machen und bei welchen Anwendungsfällen wird ihr Potenzial noch überschätzt?

KI macht heute dort einen Unterschied, wo Beschäftigte täglich viel Zeit mit Informationssuche, Dokumentenbearbeitung und wiederkehrenden Vorgängen verbringen. Es spart Kommunen enorm Zeit, wenn das Wissen schneller zugänglich gemacht wird.

Viel Potenzial liegt auch in der teilautomatisierten, KI-gestützten Prüfung von Antragsunterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität. Mit unserem Intelligenten Verwaltungsassistenten iva sammeln wir damit bereits praktische Erfahrungen in Ausländerbehörden und Wohngeldstellen. Beim Wohngeld berichten Pilotkommunen von einer Zeitersparnis von bis zu 40 Prozent pro Fall.

Überschätzt wird KI dort, wo von ihr erwartet wird, unklare Prozesse oder eine schlechte Datengrundlage auszugleichen. Oder komplett automatisiert Entscheidungen zu treffen. Vor allem bei rechtlich relevanten Entscheidungen und Ermessensfragen muss die fachliche Verantwortung bei den Beschäftigten der Verwaltung bleiben.

Viele Verwaltungen experimentieren mit KI, aber deutlich weniger Lösungen schaffen es in den Regelbetrieb. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Hürden zwischen Pilotprojekt und flächendeckender Anwendung?

Für einzelne Kommunen und IT-Dienstleister ist es kaum wirtschaftlich, eigene KI-Anwendungen, Betriebskonzepte und Betriebsteams aufzubauen. Hinzu kommt der Aufwand für die Beschaffung. Aus unseren Gesprächen mit Kommunen wissen wir, wie viel Zeit die Auswahl geeigneter Anbieter sowie die Prüfung von Datenschutz, Compliance und IT-Sicherheit beanspruchen.

Kommunen brauchen deshalb verlässliche Standards, nachvollziehbare Verfahren und einen professionellen Betrieb. Dafür hat die AKDB im Auftrag der Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister govdigital federführend die GenAI-Plattform entwickelt. Sie bietet den beteiligten IT-Dienstleistern eine gemeinsame Umgebung für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Anwendungen. Anwendungen können dadurch mehrfach genutzt werden, ohne dass jeder Anbieter eine eigene Infrastruktur aufbauen muss. Die Plattform geht hier auf der Smart Country Convention live.

Wie verändert KI die Arbeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung konkret und welche Kompetenzen, Prozesse oder Strukturen müssen sich verändern, damit sie tatsächlich entlastet werden, statt zusätzlichen Workload zu schaffen?

KI schafft nur dann Freiräume, wenn sie in die bestehenden Arbeitsabläufe integriert wird.

Die fachliche Kompetenz der Beschäftigten wird dabei nicht unwichtiger, sondern wichtiger. Sie müssen Ergebnisse einordnen, Fehler erkennen und entscheiden können, wann eine KI eingesetzt werden darf. Dafür braucht es Schulungen und klare Regeln.

Auch beim Betrieb erwarte ich eine Veränderung: weg von vielen einzelnen On-Premises-Lösungen, hin zu gemeinsam betriebenen Cloud-Plattformen.

Datenschutz und Transparenz sind besonders sensible Themen. Wie lässt sich KI so einsetzen, dass Vertrauen und rechtsstaatliche Anforderungen nicht zum Innovationshemmnis werden – sondern Teil einer guten Lösung sind?

Datenschutz und Transparenz sind kein Gegensatz zu Innovation. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine KI-Anwendung überhaupt dauerhaft in der Verwaltung eingesetzt werden kann.

Bei KAI, unserem KI-Assistenten für kommunale Verwaltungen, setzen wir das konkret um. KAI wird auf der GenAI-Plattform der govdigital in öffentlicher Hand betrieben. Jede Kommune erhält eine eigene, datentechnisch getrennte Betriebsumgebung. Standardmäßig kommen Modelle zum Einsatz, die auf einer Infrastruktur in Deutschland laufen.

Auch die Benutzeroberfläche ist darauf ausgerichtet, Ergebnisse überprüfbar zu machen. KAI zeigt die verwendeten Quellen an und ermöglicht es, personenbezogene Daten vor der Verarbeitung zu pseudonymisieren.

Wenn wir die Glaskugel aus dem Schrank holen und fünf Jahre nach vorne schauen: Welche Verwaltungsleistung oder welcher Prozess sollte bis dahin selbstverständlich KI-gestützt funktionieren – und was muss heute passieren, damit wir dort auch wirklich ankommen?

Ich bin sicher, dass Bürgerinnen und Bürger in Zukunft über digitale Assistenten mit der Verwaltung interagieren werden. Viele standardisierte Verwaltungsleistungen werden sich direkt im sprachlichen Dialog anstoßen und erledigen lassen.

Auch innerhalb der Verwaltung wird KI die Bedienung von Fachverfahren verändern. Beschäftigte werden viele Arbeitsschritte in natürlicher Sprache erledigen.

Auch Nachforderungen sollten deutlich seltener werden. Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfungen können bereits während der Antragstellung erfolgen.

Vom KI-Experiment zur digitalen Infrastruktur

Die nächsten Schritte beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung werden weniger davon abhängen, ob noch mehr Pilotprojekte entstehen. Entscheidend ist, welche Anwendungen dauerhaft, sicher und skalierbar betrieben werden können.

Dafür braucht es gemeinsame technische Infrastrukturen, klare Standards, qualifizierte Beschäftigte und Prozesse, in denen KI eine konkrete Aufgabe übernimmt.

Wie dieser Übergang vom Experiment zum Regelbetrieb gelingen kann, gehört auch zu den Themen der Smart Country Convention. Die AKDB ist seit vielen Jahren Partner der SCCON und auch 2026 wieder mit dabei. Besucherinnen und Besucher finden das Unternehmen wie gewohnt direkt am Eingang von Halle 25 auf Stand Nummer 400. Dort lässt sich der Austausch über KI in der Verwaltung, sichere Infrastrukturen und konkrete Anwendungen direkt fortsetzen.

Weitere Informationen gibt es unter: www.akdb.de/sccon

Digitaler Wandel, Digitalstrategie, Digitale Verwaltung, Wissensmanagement, IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz, KI
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