Veranstalter:
Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
13. – 15. Okt. 2026

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Eine Abwrackprämie für digitale Insellösungen

Hamburg führt den Bitkom Länderindex an. Auf der SCCON zeigen vier Bundesländer, wie sie gemeinsame IT-Standards voranbringen und Kommunen bei der Umsetzung unterstützen.

Expertinnen und Experten diskutieren auf der SCCON-Bühne.

Foto: Messe Berlin

Hamburg führt zum zweiten Mal in Folge den Bitkom Länderindex an, der den Digitalisierungsgrad der Bundesländer analysiert und bewertet. Gibt es dafür ein Geheimrezept? Das fragt die Moderatorin Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei, auf der SCCON 2026. „Impulsivität“, scherzt Pörksen.

Ein zentrales IT-Budget für Hamburg

Als Stadtstaat habe Hamburg es leichter, Prozesse zu vereinheitlichen, erklärt Pörksen, der derzeit auch der Digitalministerkonferenz (DMK) vorsitzt. Hinzu kommt ein zentrales IT-Budget, das der Senat schon vor vielen Jahren eingerichtet hat. Darüber werden alle IT-Vorhaben nach einheitlichen Regeln unterstützt. „Deshalb war es für uns einfacher zu sagen: Wir haben einheitliche Standards, wir machen die Dinge zusammen.“ Eine Erkenntnis eint die Ländervertreter auf dem Podium: „Gemeinsam sind wir so viel stärker“.

Massiver Schub durch das BMDS

Beim SCCON-Panel „16 Wege, ein Ziel – wie digital sind Deutschlands Länder?“ sind mit Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg vier der fünf führenden Länder aus dem Bitkom-Index vertreten. Einig sind sich die Beteiligten, dass das Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) und die 2025 beschlossene Föderale Modernisierungsagenda einen massiven Schub hin zu einem modernen Staat und einen Paradigmenwechsel bewirkt haben.

Roll-in-Teams für hessische Kommunen

Sie sei „stolz darauf, dass wir es geschafft haben, als Digitalpolitiker der Länder gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagt Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessens Ministerin für Digitalisierung und Innovation. Doch jedes Land habe eigene Bedingungen. Hessen muss Digitalprojekte in 421 Kommunen und 17 Landkreisen ausrollen. Gerade kleineren Kommunen fehlen oft Personal, Geld und Wissen. Deshalb schickt Hessen nun Roll-in-Teams in die Kommunen, um Mitarbeitende bei neuen Standards zu unterstützen.

Das „Bayern Package“ als Anreiz

In Bayern gilt es sogar, 2.056 Kommunen und 71 Landkreise zu erreichen, sagt Dr. Fabian Mehring, Staatsminister für Digitales. Sein „Bayern Package“ schafft einen finanziellen Anreiz für gemeinsame Standards: Kommunen, die vorgegebene IT-Produkte übernehmen, zahlen die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte trägt das Land.

Abschied von liebgewonnenen Lösungen

Einheitliche Standards durchzusetzen bedeute, dicke Bretter zu bohren, sagt Ronja Kemmer, Chief Digital Officer der Landesregierung von Baden-Württemberg im Ministerium des Innern, für Digitalisierung und Europa. Viele Kommunen haben eigene IT-Verfahren entwickelt, weil gemeinsame Standards fehlten. Nun komme es darauf an, „den Mut zu haben, lieb gewonnene Systeme wieder loszulassen“. Veränderungen seien schwierig. Deshalb brauche es womöglich Anreize wie einst die Abwrackprämie für Altautos. „Das wird die größte Aufgabe werden, gerade auch in der Fläche.“

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