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DVM-Studium für die Verwaltung von Morgen

Junger Mann im Vordergrund, im Hintergrund große Fenster mit Jalousien und Grünpflanzen

Simon studiert im 4. Semester Digitales Verwaltungsmanagement an der Hochschule Kehl. Foto: privat

Simon ist 21 Jahre alt und studiert im 4. Semester Digitales Verwaltungsmanagement an der Hochschule Kehl. In der Schule hat er nie darüber nachgedacht, in den öffentlichen Dienst einzusteigen: „Per Zufall habe ich die Ausschreibung für das DVM-Studium gefunden, mich in Wiesloch beworben und es nicht bereut.“ Das Studium soll Simon und die anderen Studierenden auf die „neue“ kommunale Praxis vorbereiten: „Konkret lernen wir die strategische Steuerung von digitalen Projekten, aber auch deren konkrete Umsetzung in Form von Programmieren. Wir lernen, welchen äußeren Faktoren Kommunen durch den digitalen Wandel ausgesetzt sind und wie sie sich im Inneren dafür verändern müssen, um Vertrauen zu wahren. Wie gute Bürgerbeteiligung funktioniert, wie Kommunen integriert kommunizieren sollten, wie man vertrauensbasiert führt, wie Organisationen funktionieren, man diese von Kultur bis Struktur verändern kann, dabei wirtschaftlich handelt und welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten.“

Vom theoretischen Studium in die Praxis

Damit Simon und seine Kommilitonen aber nicht nur in der Theorie Fachleute werden, verbringen die Studierenden in jedem Semester einen Monat in ihrer Praxiskommune, um eine Fallstudie abzuschließen. In Simons Fall ist das die Stadt Wiesloch in Baden-Württemberg: „Ich konnte zusammen mit dem Amt für IT-Service und Digitalisierung den Einstieg in ein Netzwerk mit städtischen Sensoren und Aktoren aufbauen. Die Organisationskultur erfassen und eine Bürgerbeteiligung durchführen, um die Legitimität digitaler Themen dem Gemeinderat nahezulegen, die Präsenz innerhalb der Verwaltung nach außen kommunizieren und damit die Digitalisierungsstrategie mit Inhalten füllen. In den meisten Fällen hat mir das Studium aufgezeigt, welche Zusammenhänge innerhalb der Organisation und der gesamten Gemeinde bestehen, welche Akteure in der Gemeinde wofür wichtig sind und an welchen Schrauben man drehen kann, um die Organisation ein Stück mehr ‚digital ready‘ zu machen.“

Sollte die Verwaltung besser von innen oder von außen digitalisiert werden?

Nach sechs Semestern schließt Simon das Studium als „Bachelor of Arts – Digitales Verwaltungsmanagement“ ab. Ob er dann lieber innerhalb der Verwaltung arbeiten möchte oder sie von außen digital voranbringen will, weiß Simon aktuell noch nicht: „Mein oberstes Ziel ist die tatsächliche Veränderung der Verwaltung, um sich nicht noch weiter von der digitalen Lebensrealität der Bürgerinnen und Bürger zu entfernen. Ob das am besten von innen oder von außen möglich ist, wird sich zeigen. Momentan habe ich jedoch das Gefühl, dass man ‚von außen‘ die Menschen ‚von innen‘ schwerer mitreißen kann und die tatsächliche Veränderung dadurch oberflächlichere Wirkung hat. Ich denke wir brauchen tiefgreifende Veränderungen.“

Mehr „hin zu“ statt „weg von“ Motivation

Auf die Frage, wieso die Digitalisierung in Deutschland so schleppend vorankommt, gibt es ganz unterschiedliche Antworten. Oft werden fehlendes Personal oder Geld angeführt. Für Simon liegt das Problem aber tiefer: In den kommunalen Organisationen gebe es zu viel „weg von“-Motivation: „Weg von Klagen, weg von Verantwortung, weg davon irgendetwas falsch zu machen. Wir brauchen mehr ‚hin zu‘-Motivation. Hin zu Bürgerzufriedenheit. Hin zu Vernetzung. Hin zu Digitalisierung. Um das zu erreichen, benötigen wir mehr Menschen, die bereit sind etwas aufzubauen und eine Reduktion von rechtlichen Einschränkungen. Erhalten wir weiterhin unser einengendes Umfeld, werden wir diese Menschen nicht in die Verwaltung einladen und damit der Legitimität schaden, obwohl wir uns dabei so anstrengen alles richtigzumachen.“

Deshalb hat Simon auch einen klaren Wunsch, um die Digitalisierung der Verwaltung entscheidend voranzubringen: „Ich würde mit dem Abbau an einengenden Gesetzen beginnen. Erst dann können wir uns Gesetze wie das Onlinezugangsgesetz, welche uns visionäre Ziele geben, erlauben. Zudem muss die Kommunikation zwischen sämtlichen staatlichen Stellen verstärkt werden. Bürgerinnen und Bürger erwarten Services, die aus einer Hand kommen wie bei Amazon, Apple und Co. Wir müssen also auch wie eine Einheit agieren, uns stärker vernetzen. Dafür müssen wir Verantwortung für unser Ziel, die Souveränität des Staates übernehmen und nicht nur für die eigene Aufgabe. Wir brauchen mehr Vision von höheren Behörden und mehr Zusammenarbeit unter den Kommunen. Sonst muss weiterhin jeder sein eigenes kleines Ding machen.“

Smart Countries need smart People

Noch mehr Informationen über die Karriere in der Verwaltung und Networking-Möglichkeiten gibt es am 9. November beim Career Day der Smart Country Convention. In der Career Lounge können sich Young Professionals und Unternehmen vernetzen, auf den Career Tours können sich Jobsuchende über Karrierechancen beim Staat und in der Wirtschaft informieren und das Career Speed Dating lädt zum 1:1 Gespräch mit den potenziellen Vorgesetzten von Morgen ein. Alle Infos zum Career Day der #SCCON23 gibt’s hier.

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