Veranstalter:
Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
13. – 15. Okt. 2026

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Smart City Index 2026: Deutschlands Städte rücken digital enger zusammen

Stuttgart rückt an die Spitze, München und Hamburg folgen dicht dahinter. Deutschlands Großstädte werden digitaler – und der Wettbewerb um die besten Lösungen nimmt weiter zu.

Deutschlandkarte mit den Top 20 Städten des Smart City Index 2026, nummeriert und mit Pfeilen zugeordnet

Die 20 smartesten Städte Deutschlands. Grafik: Bitkom

An der Spitze des Smart City Index 2026 gibt es einen Wechsel: Stuttgart löst München als digitalste Großstadt in Deutschland ab. Mit 92,8 von 100 Punkten landet die baden-württembergische Landeshauptstadt knapp vor München mit 92,0 Punkten und Hamburg mit 91,5 Punkten. Nürnberg folgt auf Rang vier, Düsseldorf auf Platz fünf. Neu in den Top 10 ist Aachen.

Entscheidend für Stuttgarts ersten Platz ist nicht eine einzelne Paradedisziplin, sondern die Breite. Als einzige der 83 untersuchten Großstädte schafft es Stuttgart in allen fünf Kategorien unter die besten zehn: Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung. Bei Energie und Umwelt liegt die Stadt sogar auf Rang eins.

Gleichzeitig wird die Spitze immer enger. Zwischen Platz eins und drei liegen nur noch 1,3 Punkte. Auch die Hürde für die Top 10 steigt: 2023 reichten dafür noch 76,6 Punkte, 2026 sind bereits 85,5 Punkte nötig. Im Durchschnitt kommen die deutschen Großstädte inzwischen auf 73,8 Punkte – drei Punkte mehr als im Vorjahr.

Die spannendsten Aufsteiger kommen aus dem Mittelfeld

Der Blick auf die größten Sprünge zeigt, dass digitale Entwicklung längst nicht nur in den bekannten Metropolen stattfindet.

Erlangen und Hildesheim verbessern sich jeweils um 19 Plätze. Erlangen punktet insbesondere bei der digitalen Verwaltung: Alle abgefragten OZG-Leistungen sind dort digital verfügbar, auch bei internen Prozessen und Bezahlvorgängen erreicht die Stadt die volle Punktzahl. Hildesheim setzt unter anderem auf eAkte, Dokumentenmanagement, KI in den Ämtern, digitale Wärmeplanung und eine ausgebaute Ladeinfrastruktur.

Auch Mönchengladbach macht einen großen Satz nach vorn und steigt um 18 Plätze auf Rang zwölf. Dazu tragen unter anderem eine KI-basierte Verkehrssteuerung, ein digitales Verkehrsschildkataster und WLAN im öffentlichen Nahverkehr bei. Bremen wiederum verbessert sich innerhalb von zwei Jahren von Platz 71 auf Platz 29.

Der Index macht damit deutlich: Wer Digitalisierung dauerhaft priorisiert, kann innerhalb kurzer Zeit erheblich aufholen. Wer dagegen das Tempo nicht mitgeht, verliert schnell Plätze – selbst dann, wenn die eigene Stadt digital nicht unbedingt schlechter geworden ist.

Smart City bedeutet nicht überall dasselbe

Besonders interessant wird das Ranking dort, wo man die Gesamtwertung verlässt.

In der digitalen Verwaltung teilen sich Nürnberg und Krefeld mit jeweils 100 Punkten den ersten Platz. Bei IT und Kommunikation führt Hamburg, ebenso bei der Mobilität. Stuttgart erreicht den Spitzenplatz bei Energie und Umwelt, Darmstadt bei Gesellschaft und Bildung.

Dabei entstehen echte „Hidden Champions“: Krefeld liegt in der Verwaltung bundesweit an der Spitze, im Gesamtranking aber nur auf Platz 45. Osnabrück erreicht bei IT und Kommunikation Rang drei, obwohl die Stadt insgesamt auf Platz 24 landet. Berlin wiederum kommt bei der Mobilität auf Rang vier, im Gesamtranking aber lediglich auf Platz 33.

Gerade darin liegt eine wichtige Erkenntnis für die kommunale Digitalisierung: Nicht jede Stadt muss jede Lösung neu entwickeln. Erfolgreiche Ansätze können sichtbar gemacht, übertragen und andernorts weiterentwickelt werden.

Von Klimasensoren bis Krisenkommunikation: Was Smart Cities konkret besser machen

Wie solche Lösungen aussehen können, zeigen die Best Practices des Smart City Index.

Dortmund hat beispielsweise ein stadtweites Klima-Messnetz mit 76 Stationen aufgebaut. Die Daten zur Hitzebelastung werden über ein interaktives Dashboard sichtbar gemacht, wodurch Hitzeereignisse früher erkannt und besonders betroffene Quartiere gezielt identifiziert werden können.

Solingen arbeitet mit dem Pilotprojekt SMARTKRIS dagegen an einer besseren digitalen Krisenkommunikation. Neben klassischen Warnmeldungen sollen Bürgerinnen und Bürger künftig auch während einer Krisenlage ortsspezifische Informationen, Ansprechpartner und Hotline-Nummern erhalten.

Solche Beispiele zeigen, dass Smart-City-Lösungen längst weit über digitale Bürgerdienste hinausreichen. Verkehrssteuerung, Energieversorgung, Klimaresilienz, Bildung oder Katastrophenschutz werden zunehmend Teil einer vernetzten kommunalen Infrastruktur.

Die nächste Aufgabe: Gute Lösungen in die Fläche bringen

Genau hier beginnt allerdings die nächste Herausforderung. Viele erfolgreiche Smart-City-Projekte sind im Rahmen zeitlich begrenzter Förderprogramme entstanden. Der Digitalverband Bitkom fordert deshalb unter anderem eine dauerhaft finanzierte digitale Basisinfrastruktur, offene Standards sowie bessere Möglichkeiten für Kommunen, bereits erprobte Lösungen zu beschaffen, statt immer wieder neue Einzellösungen zu entwickeln. Auch ein innovationsfreundlicheres Vergaberecht soll die Zusammenarbeit mit Startups erleichtern.

Dass solche Strukturen besonders für kleinere Städte relevant sind, zeigt ebenfalls der Index: Zwar erreichen Millionenstädte im Durchschnitt weiterhin höhere Werte, doch die kleineren Großstädte zwischen 100.000 und 149.999 Einwohnerinnen und Einwohnern legen 2026 am stärksten zu. Der Abstand zwischen den größten und kleinsten Großstädten schrumpft damit.

Smart City Index 2026: 83 Städte, 14.442 Datenpunkte

Für den Smart City Index 2026 hat Bitkom alle 83 deutschen Großstädte ab 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern untersucht. Grundlage sind 14.442 Datenpunkte aus 39 Indikatoren und 174 Parametern. Bewertet werden die Bereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung.

Damit liefert der Index nicht nur ein Ranking, sondern auch eine Bestandsaufnahme darüber, wo digitale Stadtentwicklung in Deutschland schon heute gut funktioniert – und wo andere Kommunen anknüpfen können.

Smart Cities auf der Smart Country Convention 2026

Wie erfolgreiche Lösungen aus einzelnen Städten in die Fläche kommen, gehört zu den zentralen Fragen der Smart Country Convention 2026. Vom 13. bis 15. Oktober 2026 treffen sich auf dem Berliner Messegelände mehr als 23.000 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Staatsmodernisierung, Verwaltungsdigitalisierung, Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, Cybersicherheit und die Widerstandsfähigkeit von Staat und Kommunen im Krisenfall.

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