Saarland 3D: Der Digitale Zwilling ist da
Mit dem Projekt „Saarland 3D“ erhält das Bundesland einen digitalen Zwilling mit einzigartiger Datengrundlage und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Digitaler Zwilling des Saarlandes. Quelle: Eigene Darstellung
Mit „Saarland 3D“ haben das Umweltministerium und das Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung (LVGL) den ersten Digitalen Zwilling des Saarlandes vorgestellt. Die neue Anwendung ermöglicht eine realitätsnahe, interaktive Darstellung des Landes und eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger.
Ein Bundesland mit digitalem Doppelgänger
Wie lassen sich Planungen beschleunigen, komplexe Zusammenhänge besser visualisieren und Zukunftsszenarien realitätsnah simulieren? Eine Antwort darauf liefert ein neues Projekt aus dem Saarland, das Umweltministerin Petra Berg gemeinsam mit dem Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung (LVGL) vorgestellt hat.
Bei „Saarland 3D“ handelt es sich um einen Digitalen Zwilling des Saarlandes – also eine virtuelle Repräsentation der realen Welt. Die Anwendung bildet urbane und ländliche Räume des Bundeslandes realitätsnah und interaktiv ab und macht umfangreiche Geodaten für die Öffentlichkeit zugänglich.
„Man kann sich Digitale Zwillinge als eine Art Baukastensystem vorstellen“, erläutert Ministerin Berg. „Durch sie besteht ein enormes Potenzial, Planungen stark zu beschleunigen und zu vereinfachen, Szenarien zu simulieren und Informationen verständlich zu visualisieren.“
Die Finanzierung des Projekts erfolgte unter anderem aus Mitteln des saarländischen Digitalisierungsfonds.
Umfangreiche Geodaten als Grundlage
Die Basis von „Saarland 3D“ bilden die Geodaten des LVGL. Dazu gehören unter anderem Digitale Geländemodelle, Luftbilder, 3D-Gebäude- und Bauwerksmodelle sowie klassische Kartenwerke. Besonders hervorzuheben ist eine Innovation, mit der das Saarland bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt: Als erstes Flächenland in Deutschland stellt es eine klassifizierte Laserscanpunktwolke öffentlich zur Verfügung.
Für diesen Datensatz wurde die gesamte Geländeoberfläche des Saarlandes mithilfe eines Lasermesssystems aus der Luft erfasst. Die daraus gewonnenen Daten ermöglichen eine besonders detaillierte und präzise Darstellung der Landschaft und ihrer Strukturen.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Klima, Katastrophenschutz und Energiewende
Die Anwendung bietet Potenziale für zahlreiche Fachbereiche. Im Klimaschutz können die Daten beispielsweise bei der Planung und Bewertung von Maßnahmen zur CO₂-Reduktion unterstützen. Dazu zählen etwa die Förderung von Grünflächen oder die Optimierung von Verkehrsströmen.
Auch im Bereich Klimaanpassung und Katastrophenmanagement eröffnet „Saarland 3D“ neue Möglichkeiten. So lassen sich Überflutungsszenarien simulieren und Schutzmaßnahmen gezielt planen. Einsatzkräfte können die realitätsnahen Modelle zudem zur Lagebeurteilung und Einsatzplanung nutzen.
Darüber hinaus profitieren auch Bürgerinnen und Bürger von dem digitalen Angebot. Beispielsweise kann geprüft werden, ob sich das eigene Gebäude für die Installation einer Photovoltaikanlage eignet und ausreichend Sonneneinstrahlung erhält.
Perspektivisch soll „Saarland 3D“ kontinuierlich erweitert werden, um zusätzliche Anwendungen für Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen bereitzustellen.
Weitere Informationen zu „Saarland 3D“ gibt es unter: www.shop.lvgl.saarland.de.