Veranstalter:
Bitkom
Messe Berlin
Smart Country Convention
13. – 15. Okt. 2026

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Portugal macht Verwaltung einfach - und digital

Digitale Identitäten, vernetzte Behörden und Services aus einer Hand: SCCON-Partnerland Portugal setzt auf moderne Verwaltung im Alltag.

Junger Mann mit gestreiftem Poloshirt steht in einem Bus, hält sich an einer Haltestange fest und blickt auf sein Handy.

Digitale Verwaltung für die Hosentasche: Portugal setzt auf smarte Lösungen für den Alltag der Menschen. Foto: Portugal global

Den Führerschein auf dem Smartphone vorzeigen, Dokumente rechtsgültig digital unterschreiben oder sich mit einem einzigen Zugang bei unterschiedlichen Behörden anmelden: In Portugal sind viele digitale Verwaltungsleistungen längst Teil des Alltags.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die App gov.pt. Sie bündelt Funktionen, die zuvor auf verschiedene Anwendungen verteilt waren: Nutzerinnen und Nutzer können über die App auf ihre digitale Identität zugreifen, offizielle Dokumente speichern, sich gegenüber Behörden authentifizieren und qualifizierte elektronische Signaturen erstellen. Mittlerweile gibt in der Anwendung mehr als 30 digitale Dokumente.

Damit verfolgt Portugal einen Ansatz, der über die reine Digitalisierung von einzelnen Formularen hinausgeht: Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen öffentliche Leistungen möglichst einfach, sicher und über einen zentralen Zugang nutzen können.

Ein Portal für mehr als 2.300 öffentliche Dienstleistungen

Wenn alles an einer Stelle gebündelt wird, kann es schnell unübersichtlich werden. Ein mehrsprachiger, KI-gestützter Assistent unterstützt deshalb bei der Suche und Navigation durch mehr als 2.300 öffentliche Dienstleistungen. Ergänzt wird das digitale Angebot durch telefonische, mobile und persönliche Anlaufstellen. So sollen Verwaltungsleistungen unabhängig vom bevorzugten Zugangskanal möglichst einheitlich funktionieren.

Dieser Omnichannel-Ansatz ist besonders wichtig, damit die digitale Verwaltung nicht nur effizient, sondern auch niederschwellig zugänglich sein muss. Die portugiesische Digitalstrategie verbindet technologische Modernisierung mit Inklusion und universellem Zugang.

Europas erste digitale Business Wallet

Mit der Digital Business Wallet hat Portugal Anfang 2026 die erste Unternehmens-Wallet innerhalb der Europäischen Union eingeführt.

Unternehmen und ihre Vertreter können damit wichtige Nachweise zentral abrufen und sicher teilen. Dazu gehören zum Beispiel Unternehmensdaten, Steuer- und Sozialversicherungsnachweise, Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten und weitere offizielle Dokumente. Die Angaben werden automatisch aktualisiert und können unter anderem über einen QR-Code geprüft werden.

Die Lösung überträgt das Prinzip der digitalen Identität damit von einzelnen Personen auf Unternehmen. Gleichzeitig orientiert sie sich an der europäischen eIDAS-Verordnung, die gerade überarbeitet wurde - ein Vorbild für digitale Geschäftsprozesse über Grenzen hinweg.

Die Verwaltung als gemeinsame Plattform

Hinter all diesen Anwendungen steht eine koordinierte Digital-Government-Strategie. Verantwortlich für die Steuerung und Umsetzung der technologischen Transformation der öffentlichen Verwaltung ist die Agency for State Technological Reform, kurz ARTE.

Im Mittelpunkt stehen gemeinsame technische Infrastrukturen, interoperable Systeme, sichere Authentifizierung und ein einheitliches Nutzererlebnis. Behörden sollen nicht länger isolierte digitale Lösungen entwickeln, sondern auf gemeinsam nutzbare Plattformen, Daten und Standards zurückgreifen.

Wie konsequent Portugal diesen Ansatz verfolgt, zeigt das sogenannte Mosaico-Modell. Es definiert verbindliche Grundsätze für nutzerorientierte und barrierearme öffentliche Dienste. Dazu gehören ein gemeinsames Designsystem, zentrale Bezahl- und Benachrichtigungsdienste sowie standardisierte Wege zur sicheren Anmeldung.

Weltspitze der digitalen Verwaltung

Im OECD Digital Government Index 2025 erreichte Portugal einen Wert von 0,86 und lag damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 0,70. Gegenüber der vorherigen Erhebung verbesserte sich das Land um 0,22 Punkte und rückte in die weltweite Spitzengruppe vor.

Besonders stark schnitt Portugal in den Bereichen Digital by Design, User-Driven Government, Government as a Platform und Proactiveness ab. In der Kategorie „Government as a Platform“ belegte das Land nach Angaben von ARTE sogar den ersten Platz.

Der Index bewertet nicht nur die Zahl der digital verfügbaren Leistungen. Untersucht wird vielmehr, ob ein Staat über gemeinsame Strategien, Infrastrukturen und Steuerungsmechanismen verfügt, um seine Verwaltung dauerhaft digital, datenbasiert und nutzerorientiert weiterzuentwickeln.

Digitalisierung für alle

Trotz aller Erfolge ist die digitale Transformation in Portugal nicht abgeschlossen. Die nationale Strategie folgt dem Leitgedanken „Where digital simplifies“: Technologie soll die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft vereinfachen – nicht zusätzliche Hürden schaffen.

Vertrauen, Transparenz, Inklusion, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Innovation gehören deshalb zu den Grundprinzipien der Strategie. Digitale Angebote werden mit Schulungsprogrammen, persönlichem Support und der Möglichkeit auch weiterhin direkt mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin zu sprechen, verbunden.

Denn auch in Portugal bleiben digitale Kompetenzen eine Herausforderung. Die Europäische Kommission bescheinigt dem Land zwar leistungsfähige Netze und Fortschritte bei den digitalen öffentlichen Diensten, sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf bei grundlegenden digitalen Fähigkeiten und bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch Unternehmen.

Vom digitalen zum intelligenten Land

Die nächste Entwicklungsstufe geht deshalb über klassische E-Government-Angebote hinaus. Cloud-Infrastrukturen, Künstliche Intelligenz und Automatisierung sollen Verwaltungsprozesse stärker miteinander verbinden und öffentliche Leistungen vorausschauender gestalten.

Portugal plant unter anderem eine souveräne Cloud-Infrastruktur, zusätzliche Rechenkapazitäten, eine nationale KI-Fabrik und mit „AMALIA“ ein eigenes portugiesisches Sprachmodell.

Gleichzeitig sollen Städte und ländliche Regionen stärker als zusammenhängendes digitales Ökosystem gedacht werden. Die Initiative „Digital and Intelligent Nation“ verbindet dafür Technologien wie KI, Internet of Things und 5G mit Themen wie demografischem Wandel, Klimaanpassung, territorialem Zusammenhalt und der Bereitstellung von öffentlichen Leistungen.

So verändert sich auch die Zielsetzung: Es geht nicht mehr allein darum, bestehende Prozesse online abzubilden. Digitale Technologien sollen gezielt dazu beitragen, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen besser zu meistern.

Portugal auf der Smart Country Convention 2026

Als offizielles Partnerland der Smart Country Convention 2026 bringt Portugal seine Erfahrungen mit digitalen Identitäten, interoperablen Verwaltungsplattformen und nutzerorientierten öffentlichen Services nach Berlin.

Das Land zeigt: Erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung beginnt nicht mit Einzelanwendungen. Sie entsteht, wenn politische Strategie, gemeinsame technische Grundlagen und die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen zusammengedacht werden.

Vom 13. bis 15. Oktober 2026 bietet die Smart Country Convention die Gelegenheit, Portugals Lösungen kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie ein moderner, leistungsfähiger und zugänglicher öffentlicher Sektor in Europa gestaltet werden kann.

Partnerland, Digitalisierung, Innovation, Digitaler Wandel, Digitalstrategie, Digitale Verwaltung, Verwaltung 4.0 , E-Government
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