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13. – 15. Okt. 2026

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Das Schweizer Reallabor für die Stadt von morgen

Digitale Zwillinge, KI-gestützte Stadtplanung und Europas Spitzenforschung: Lausanne entwickelt die Smart City nicht auf dem Papier – sondern testet sie direkt unter realen Bedingungen.

Blick über die Stadt Lausanne mit historischen Gebäuden, Bäumen im Herbstlaub und dem Genfer See im Hintergrund unter einem teilweise bewölkten Himmel

Blick über die Schweizer Stadt Lausanne am Genfer See. Foto: Unsplash

Was passiert, wenn eine der besten technischen Hochschulen Europas und eine Stadtverwaltung gemeinsam die Zukunft entwickeln? In Lausanne entsteht genau daraus ein einzigartiges Innovationsökosystem.

Mit der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) verfügt die Stadt über eine weltweit renommierte Forschungsinstitution, deren Entwicklungen nicht im Labor verstauben. Gemeinsam mit der Stadt, Industriepartnern und weiteren Forschungseinrichtungen werden neue Technologien direkt im urbanen Raum erprobt – von künstlicher Intelligenz über digitale Infrastruktur bis hin zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Damit wird Lausanne zu einem echten Urban Living Lab, in dem Forschung und Praxis Hand in Hand gehen.

Die Stadt als digitaler Zwilling

Eines der spannendsten Projekte ist BlueCity. Ziel ist der Aufbau eines offenen Urban Digital Twin – eines digitalen Abbilds der Stadt, das Daten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenführt und miteinander verknüpft.

Anders als klassische Verkehrsmodelle betrachtet BlueCity die Stadt als Gesamtsystem. Mobilität, Energie, Gebäude, Umwelt- und Klimadaten werden gemeinsam analysiert, um die Auswirkungen von geplanten Maßnahmen schon vor der Umsetzung simulieren zu können. KI-gestützte Analysen sollen dabei helfen, Entscheidungen faktenbasiert zu treffen und Städte nachhaltiger, resilienter und lebenswerter zu gestalten.

Mobilität als Teil eines vernetzten Systems

Auch beim öffentlichen Verkehr verfolgt Lausanne einen langfristigen Ansatz. Bereits heute verfügt die Stadt über die einzige vollautomatische Metro der Schweiz. Gemeinsam mit einem dichten Netz aus elektrisch betriebenen Bussen, Fahrradverleihsystemen und attraktiven Fußwegen bildet sie das Rückgrat einer Mobilitätsstrategie, die den Umstieg vom Auto auf nachhaltige Verkehrsmittel erleichtern soll.

Mit der neuen Metrolinie M3 wird dieses System weiter ausgebaut. In diesem Jahr hat der Schweizer Bundesrat die neue Linie genehmigt, um die wachsende Stadt noch besser zu erschließen. Sie ist außerdem Teil des regionalen Entwicklungsprogramms Lausanne–Morges (PALM). Mobilität wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam mit Stadtentwicklung, Klimaanpassung und Flächennutzung geplant.

Nachhaltigkeit als Teil der Stadtstrategie

Auch beim Klimaschutz setzt Lausanne auf konkrete Maßnahmen statt auf Einzelprojekte. Die Stadt trägt das Schweizer Label "Cité de l'énergie" und war die erste europäische Kommune, die mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet wurde. Das Label „Cité de l'énergie“ (Energiestadt) erhalten Kommunen nur, wenn sie nachweislich eine strategische Energie- und Klimapolitik umsetzen. Bewertet werden unter anderem die Bereiche Raumplanung, kommunale Gebäude, Energieversorgung, Mobilität, Verwaltung sowie Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Städte müssen mindestens 50 Prozent der möglichen Maßnahmen erfüllen, für die höchste Auszeichnung – den European Energy Award Gold – sogar mindestens 75 Prozent. Lausanne gehörte 2004 gemeinsam mit Riehen zu den ersten Städten Europas, die diesen Gold-Status erreichten. Das Besondere: Die Zertifizierung wird regelmäßig überprüft und muss alle vier Jahre erneut bestätigt werden.

Innovation entsteht im Zusammenspiel

Smart Cities entstehen nicht allein durch Sensoren oder Apps, das zeigt auch die Schweizer Stadt Lausanne eindeutig. Der eigentliche Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft.

Drei Erkenntnisse stechen dabei besonders hervor:

  • Innovation dort testen, wo Menschen leben – statt Technologien ausschließlich im Labor zu entwickeln.
  • Digitale Zwillinge als Entscheidungsinstrument nutzen, um die Auswirkungen neuer Maßnahmen bereits im Vorfeld zu simulieren.
  • Stadtentwicklung als vernetztes System denken, in dem Mobilität, Energie, Gebäude und Klima zusammen betrachtet werden.

Eben diese Verbindung aus Spitzenforschung, realen Testfeldern und datenbasierter Stadtplanung macht Lausanne zu einem innovativen Smart-City-Standort in Europa – und zu einem Vorbild für Städte, die Digitalisierung strategisch statt punktuell einsetzen.

Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, Future Mobility, Digitaler Wandel, Digitalstrategie, Smart City , Digitalisierung, Digitale Zukunft
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