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Rostock auf dem Weg zur Smart City

Drei Frauen vor einer Flipchart, auf der die Frage „Wie soll inklusive Partizipation aussehen?“ steht. Im Vordergrund der Slogan „Smart City Rostock. Deine Stadt von Morgen.“

Mit Strategie und den Bürgerinnen und Bürgern im Fokus, geht Rostock die digitale Transformation und das Projekt „Smile City“ an. Foto: Martin Börner

Inklusive digitale Lösungen, um die Verwaltung greifbarer und transparenter zu gestalten und damit das Gemeinwohl der gesamten Stadtbevölkerung zu steigern – das ist die zukunftstragende Vision der Smile City Rostock. „Wir stellen Daten und Plattformen bereit, die Bürgerinnen und Bürger nutzen können, um Bedarfe aufzuzeigen, Ideen vorzubringen und Lösungen zu erarbeiten. Wir versuchen, die Menschen in ihrem Alltag zu entlasten und somit persönliche Ressourcen freizumachen. Hierdurch fördern wir die Kreativ- und Kulturlandschaft, indem wir den Menschen ermöglichen, die verschiedenen Angebote der Stadt wahrzunehmen“, sagt Johannes Wolff, Leiter des Smart-City-Projekts von Rostock. „Smile City ist kein Digitalisierungsprojekt und auch kein Förderprogramm für Firmen. Es ist ein Projekt zur integrativen und inklusiven Gestaltung einer modernen und zukunftsfähigen Stadtgesellschaft, die das Lebensglück der Menschen steigert.“

Folgende Punkte machen die Vision der Smile City Rostock aus:

• Menschenfreundliche Stadt: Rostock erarbeitet Strategien und Projekte, welche die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger im Fokus haben.

• Rostock als Regiopole: Die Stadt denkt die Vernetzung mit der Region mit. An kaum einem anderen Ort sei der Kontrast zwischen Großstadt und ländlichem Raum so groß wie hier.

• Vernetzung im Ostseeraum: Rostock sucht den Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch mit den skandinavischen und baltischen Partner- und Kooperationsstädten (Aarhus, Malmö, Tallin, Turku).

• Rostock als Forschungsstandort mit Innovationskultur: Digitale Kompetenzen und Technologiewissen sind vor Ort. Zusammen werden Lösungen gefunden, die beispielhaft sein können.

Vom Förderprojekt Smart City zur Smile City

Am 20. Mai 2020 hat sich die Smile City Rostock für den Förderwettbewerb „Modellprojekte Smart Cities made in Germany“ vom Bundesministerium des Innern und für Heimat beworben. Der erste Ansatz zur Digitalisierung und Stadtentwicklung trug damals den Titel „Digitalisierung für Bürger und Gemeinwohl“, denn das Fördervorhaben sollte genutzt werden, um ohnehin anstehenden Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, proaktiv zu bewältigen und die Stadt zu einem noch lebenswerteren Ort zu machen, sagt Johannes Wolff: „Als Modellprojekt Smart City haben wir die Chance, von Anfang an Digitalisierung und nachhaltige Stadtentwicklung zusammen zu denken. Funktionierende und effiziente Prozesse bringen den Bürgerinnen und Bürgern Erleichterung im Alltag, steigern die Servicequalität der Verwaltung und kommunalen Unternehmen und tragen für wirtschaftliches Handeln bei. Die Lebensqualität in der Stadt steigt. Mittel- und Langfristig profitieren Kommunen von der Aufwertung der Lebensqualität.“

Sensoren, Apps und Datenportal

Rostock hat bereits eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen angestoßen, um die Smart City voranzubringen. Vieles ist in Planung, Testphasen zu den einzelnen Projekten laufen kontinuierlich:

Beispiele aus der Verwaltung

• E-Payment für Onlineservices und Bußgelder
Onlineterminvereinbarung
• OZG-Leistungen lt. Onlinezugangsgesetz, z. B. Kindertagesbetreuung, Eheschließung, Führerschein, Kfz-An- und Abmeldung
• Mängelmelder klarschiff.hro

Beispiele aus den Bereichen Energie und Umwelt

• Smart Poles: Diese Beleuchtungsanlagen arbeiten mit Bewegungssensoren und kommunizieren über eine eigene Funkschnittstelle untereinander. Über eine SIM-Karte besteht die Möglichkeit der Fernüberwachung.
• Intelligente Sensoren, die die Luftqualität messen
• Intelligente Sensoren, die die Wasserqualität messen (Im Rahmen von Forschungsprojekten des Leibniz Instituts für Ostseeforschung Warnemünde)
• Erste Versuche mit Bewässerungssensoren für Baumrigolen durch Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen
• Elektrobusse, Bio-/Erdgasbusse, emissionsarme Hybride, Wasserstoffbus im Stadtgebiet

Beispiele aus der IT und dem Kommunikationsbereich

• offen zugängliches Datenportal für die Bürgerinnen und Bürger mit 254 Datensätzen
Geoportal mit Informationen zum Thema Bauen, Verkehr, Mobilitätsdaten, Umweltdaten

Beispiele aus dem Mobilitätsbereich

• Parkplätze per App zahlbar
• Intelligente Ampeln, die vernetzt sind und den Verkehr bedarfsgerecht steuern
• digitale Schilder und Anzeigen, die den Straßenverkehr der aktuellen Verkehrssituation entsprechend steuern
• digitales Verkehrsschildkataster
• Car- und Bikesharing
• Mobilstationen als Verknüpfung zwischen ÖPNV, Privatverkehr und Sharing-Angeboten, zum Beispiel am Hauptbahnhof und S-Bahnhof Warnemünde

Beispiele aus den Bereichen Bildung und Gesellschaft

• 95 % der Schulen verfügen über ein Medienentwicklungskonzept
• 100 % der Schulen verfügen über einen Breitbandanschluss mit 1000 Mbit/s
• 100 % der Lehrkräfte steht ein mobiles Endgerät für den Unterricht zur Verfügung
• Digitalmentoren für Seniorinnen und Senioren sind im Einsatz
• Start Up Hub und digitales Gründerzentrum ist in Rostock angesiedelt
• 15 Co-Working Spaces sind im Stadtgebiet verfügbar
• Beteiligungsbeirat der Hanse- und Universitätsstadt ist installiert
• es gibt Citizen Science Projekte, wie Baumpatenschaften oder die Kopplung von Landwirtschaft und ökologischen Prozessen
• es gibt Citizen Science Projekte, wie Baumpatenschaften oder die Kopplung von Landwirtschaft und ökologischen Prozessen

Smile City geht nur gemeinsam

„Smile City heißt für uns - Förderung des Gemeinwohls, welches nur erreichbar ist, wenn die Stadtgesellschaft mit einbezogen wird und ihre Wünsche, Ideen und ihre Tatkraft in Projekte einbringen kann. Die Kernprojekte werden im Rahmen eines Bürgerschaftsbeschlusses offiziell bestätigt“, sagt Johannes Wolff. Anfang Juli hat die Bürgerschaft den Kernprojekten offiziell zugestimmt und somit den Weg frei für die Umsetzung gemacht.

„Ziel der Smart Cities ist es, von anderen zu lernen. Die einzelnen Förderprojekte sollen einen Mehrwert für alle Kommunen in Deutschland generieren. Entwickelte Lösungen sollen skalierbar und replizierbar sein und durch Wissenstransfer zu hoher Verwertbarkeit der Ergebnisse führen. Dieser Wissenstransfer ist ein zentraler Bestandteil der Modellprojekte Smart Cities: Austausch und Zusammenarbeit zwischen den Kommunen kann dabei helfen, dass möglichst viele von den Erfahrungen Einzelner profitieren, gute Ansätze für andere nutzbar gemacht und gemeinsam schnell aus Erfolgen wie Misserfolgen gelernt wird.

Rostock ist aktiv bereit, seine Erfahrungen weiter zu transferieren, ebenso wie wir von anderen gelernt haben. Unsere Vision einer Smile City ist dabei sehr gemeinwohlorientiert und zukunftsweisend“, betont Johannes Wolff.

Endpunkt Smile City?

Formal endet das Projekt „Smile City Rostock“ mit dem Ende des Förderzeitraums im Januar 2027. Eigentlich wird es aber nie abgeschlossen sein, weil der Weg zur Smart City ein agiler Prozess ist, der sich immer wieder an neue Erkenntnisse und Ansprüche aus Politik, Forschung, Wissenschaft, Stadtgesellschaft und ihren sich ändernden Bedürfnissen anpassen wird, meint Johannes Wolff.

Noch mehr Infos zur Smile City Rostock und die Gelegenheit zu Vernetzung und Austausch, gibt es vom 7. bis 9. November 2023 bei uns auf der Smart Country Convention in Berlin.

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