Im Fokus: Dr. Stefan Carsten über seine Top-Themen für die #SCCON26
Die Smart Country Convention 2026 steht in den Startlöchern. Wir haben die Stimmen des öffentlichen Sektors nach Ihren Top-Themen für das kommende Jahr gefragt.

Stadtgeograf und Zukunftsforscher Dr. Stefan Carsten. Quelle: Thomas Kamenar .
Dr. Stefan Carsten ist Zukunftsforscher, Stadtgeograf und Leiter des Advisory Boards der BUS2BUS – der Zukunftsmesse für Fahrzeughersteller, Zulieferer und Dienstleister der gesamten Busbranche. In seiner täglichen Arbeit verknüpft er Themen rund um die Zukunft von Stadt, Mobilität und Digitalisierung. Auf unserem Newsblog berichtet der Mobility-Experte über seine thematischen Schwerpunkte für 2026 und erklärt, warum diese auch auf der #SCCON26 keinesfalls fehlen dürfen:
Daseinsvorsorge statt Insellösungen
„Kommunen und Länder stehen vor der Aufgabe, ÖPNV, On-Demand, Sharing, Rad- und Fußverkehr sowie Parken über gemeinsame Daten- und Service-Schichten zusammenzubringen. Dafür braucht es nutzerzentrierte, barrierefreie sowie interoperable Standards. Entscheidend sind dabei klare Governance, offene Schnittstellen und eine Customer Journey, die sich für Bürgerinnen und Bürger so leicht anfühlt wie eine gute digitale Dienstleistung.“
Energie, Konnektivität und Mobilität im Dreiklang
„Wenn Verkehr elektrifiziert wird, wird jede Mobilitätsinfrastruktur automatisch auch Energielandschaft: vom Depot über den Ladehub bis zur Mobilitätsstation im Quartier. Gleichzeitig braucht diese neue Energie-Mobilität eine belastbare Konnektivität, um Lasten zu steuern, Verfügbarkeiten in Echtzeit zu managen und Nutzerinnen und Nutzer verlässlich zu führen. Für den öffentlichen Sektor heißt das: weg von wenigen zentralen Großlösungen, hin zu dezentralen, modularen Bausteinen (Quartiershubs, Depot-Microgrids, PV- und Speicher-Kombinationen, bidirektionale Flotten, dynamisches Lastmanagement), die lokal wirksam sind und dennoch über Standards integrierbar bleiben.“
Autonomes Fahren ermöglichen
„Mobilität wird zum fließenden, adaptiven System, das sich dynamisch an Nachfrage und Kapazitäten anpasst. Damit autonome Shuttles und Busse mehr sind als Pilotprojekte, braucht es frühzeitig Einsatz- und Streckenplanung, digitale Zwillinge und Kartenbasis, neue Betriebs- und Sicherheitsprozesse (Leitstellen, Remote Support), passende Beschaffung sowie Regeln für Haltezonen, Übergabepunkte und Integration in den ÖPNV-Tarif. Kurz: Der öffentliche Sektor muss heute die Voraussetzungen schaffen, damit autonom morgen zuverlässig, sicher und gesellschaftlich akzeptiert angewendet werden kann. Nur so kann die Qualität, Effizienz und Erreichbarkeit der Mobilität im ländlichen Raum signifikant verbessert werden.“
Neugierig geworden? Auf einem gemeinsamen Panel der BUS2BUS und Smart Country Convention werfen wir einen Blick auf das Thema Mobilitätsdaten im öffentlichen Sektor. Das Session-Highlight findet am ersten Veranstaltungstag der BUS2BUS 2026 ab 13:30 Uhr live auf der Future Forum Stage in Berlin statt.
Das vollständige Programm der BUS2BUS finden Sie hier.