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Smart Country News

19. Oktober 2022

KI in der Verwaltung: Wie gelingt ein verantwortungsvoller Einsatz?

In einer Podiumsdiskussion tauschten sich Fachleute aus Politik und Forschung darüber aus, wie das Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern in Künstliche Intelligenz (KI) in der Verwaltung gewonnen werden kann. Das Beispiel Irland zeigte, welche Anwendungen möglich sind.

Künstliche Intelligenz (KI) steckt in vielen Anwendungen, von denen Menschen heute tagtäglich umgeben sind, vom Smart Speaker bis zum Internet-Algorithmus. Auch die Digitalstrategie der Bundesregierung nennt die KI als eines der Kernelemente des digitalen Wandels. Wie sie in der Verwaltung einfache Tätigkeiten übernehmen kann, stellte Dr. Markus Richter, IT-Beauftragter der Bundesregierung (CIO Bund) und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI), auf dem Podium der SCCON 2022 dar. So könnten Chatbots Menschen rund um die Uhr dabei unterstützen, Anträge zu stellen oder einfache Informationen weiterzugeben. Auch das Sortieren digitaler Post könnte die KI erledigen. Das würde die Verwaltung effizienter machen und Manpower für komplexere, oft besser bezahlte Tätigkeiten freisetzen.

Für Prof. Dr.-Ing. Michael Resch, Leiter des Hochleistungsrechenzentrums der Universität Stuttgart (HLRS), liegt der Schlüssel zu einer digitalisierten Verwaltung unter anderem in Ausbildung und Training. Besonders die Generation der 40- bis 50-jährigen Verwaltungsmitarbeitenden, die keine digitale Bildung in der Schule genossen haben, müssten mitgenommen werden, um die notwendige Expertise abdecken zu können.

Barry Lowry, CIO der Republik Irland, gab zugeschaltet per Videocall einen Einblick, wie KI in seinem Land genutzt und in der Zivilgesellschaft akzeptiert wird. Sein Land habe die Transformation von E-Governance zu Digital Governance durchlaufen, die die User Experience in den Vordergrund stelle. Ein Beispiel sei Kontaktnachverfolgung während der Corona-Pandemie. Solange Datenschutzstandards eingehalten werden und der klare Nutzen erkennbar sei, zeigten sich viele mit dem Einsatz von KI einverstanden. Sein Land habe gute Erfahrungen damit gemacht, frühzeitig mit den Menschen in einen Dialog zu treten und sie über die neuen Technologien aufzuklären.

Susanne Zels vom Fachbereich Politik der Robert Bosch-Academy und Gründerin des europaweiten zivilgesellschaftlichen Thinktank Values Unite, unterstrich, dass KI-Anwendungen nur so gut sein können, wie die Daten, die sie bekommen. Daher müsste ein Fokus auf den Datensätzen liegen, mit denen die Mechanismen arbeiten. Die Digitalisierung der Verwaltung mit Hilfe von KI berge aber auch die Chance, Prozesse zu überdenken und zum Beispiel Visaprozesse gerechter zu gestalten. Damit die Digitalisierung nicht bestehende Ungleichheiten verstärke, sei es wichtig, die Zivilgesellschaft früh ins Boot zu holen. Der Schlüssel zum Erfolg liege im Nutzen der Technologie für Endverbraucherinnen oder Endverbraucher. Für eine hohe Akzeptanz müsse verständlich erklärt werden, welche Daten wofür verwendet werden.

Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass eine europäische Zusammenarbeit zwischen Politik und Forschung essentiell sei, um die Chancen von KI in der öffentlichen Verwaltung zu nutzen. Es müsste gesellschaftlich ausgehandelt werden, wie Daten verwendet werden dürfen.

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