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Smart Country News

12. Juli 2022

Freiburg auf dem Weg zur Smart City

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Foto: Patrick Seeger

Effizientere Städte, technologische Fortschritte und Innovationen – das sind Smart Cities. Auch Freiburg möchte Smart City und damit digitaler und innovativer werden. Welche Schritte die Stadt dabei geht, darüber spricht Bernd Mutter, Digitalisierungsbeauftragter und Leiter des Fachamtes Digitales in der Stadt Freiburg.

Den Begriff „Smart City“ fasst die Stadt Freiburg etwas weiter, denn hier geht es bei der Gestaltung der digitalen Transformation auch um die damit verbundenen Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen. Wichtig sei vor allem eine stadtentwicklungspolitische Perspektive, die ebenso ökonomischen Wohlstand, soziale und räumliche Integration als auch Umwelt- und Lebensqualität mit der Möglichkeit für Bürger, das Gemeinwesen mitgestalten zu können, in den Fokus stellt.

Erste Schritte zur Smart City

Seit 2012/13 befasst sich die Stadt mit digitalen Transformationsthemen. Klar war schon damals, dass es einen stärkeren Fokus und ein strategischer Handlungsrahmen für weitere Schritte hin zu mehr Digitalisierung braucht. Im Dezember 2019 wurde dann die Strategie „digital.freiburg 2025“ beschlossen.

Sechs konkrete Handlungsfelder sollen in den nächsten Jahren mit Hilfe einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen angegangen werden:

  • 1.0 Lebenswelten. Gesundheit. Familie.
  • 2.0 Gesellschaft. Ethik. Vertrauen.
  • 3.0 Bildung. Kultur. Wissenschaft.
  • 4.0 Verwaltung
  • 5.0 Arbeit. Wirtschaft. Tourismus.
  • 6.0 Netze. Energie. Verkehr.

„Dahinter verstecken sich viele verschiedene Einzelmaßnahmen.“, sagt Mutter. In der Verwaltungsdigitalisierung kommt die Stadt Freiburg beispielsweise schon gut voran. Zu nennen sind hier die E-Akte, E-Rechnung, Tools zur Kollaboration oder auch moderne Arbeitsformen, die in der Stadt schon eingeführt und teilweise umgesetzt wurden. Auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Wissenschaft, Maßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger wie der Digitaltag, der Ausbau von Gasfaser- und Mobilfunkversorgung und das Thema Mobilität stehen in der Stadt Freiburg hoch auf der Agenda. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck.“, betont Mutter. „Wir sehen für alle Bereiche der Stadtpolitik große Chancen, ohne Risiken und Unübersichtlichkeiten deshalb kleinzureden.“

Bundesförderung Smart City seit 2020

Vor zwei Jahren wurde Freiburg als eine der Modellstädte „Smart City“ ausgewählt und mit acht Millionen Euro Fördermitteln unterstützt. Das Geld fließt aktuell in zwei konkrete Projekte der Stadt – zum einen, der größte Teil, in das Projekt „Daten:Raum:Freiburg“. Bis Ende 2025 baut die Stadt hier eine Plattform auf, auf der verschiedene Daten gebündelt, analysiert und genutzt werden sollen. Im ersten Schritt wird an einem Prototyp mit zwei „use cases“ gearbeitet – einer Vergabeplattform für städtische Grundstücke und Live-Daten für den Verkehr.

Das zweite Förderprojekt geht Freiburg zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut (EMI) an. Damit sollen urbane Sicherheitsräume geschaffen werden (SifoLife). Ziel ist hier „die Entwicklung eines verbundenen Systems von echtzeitorientierter Lageerfassung, Warnsystemen, dynamische Evakuierung unter Einbindung von Bevölkerung und Gewerbe bei einem Großschadensereignis.“, erklärt Mutter. Auch hier wird wieder klar – die Digitalisierung wird in Freiburg nicht als Selbstzweck sondern zum Nutzen für die Menschen in der Stadt angegangen.

Tools auf dem Weg zur Smart City

Hilfsmittel auf dem Weg zur digitalen Stadt sind für Bernd Mutter nicht nur digitaler Natur – Freiburg setzt stark auf die Beteiligung der Bürgerschaft und die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft. Ohne Datenräume, Sensorik, Netzwerke und Dashboards, geht es aber auch in Freiburg nicht. „datenschutzkonform ausgestaltet“, betont Mutter.

Deshalb rät er auch allen Städten und Regionen, die sich dem Thema „Smart City“ annähern wollen, viel in den Austausch mit anderen Kommunen zu gehen. Freiburg tut dies selbst regelmäßig, um Erfahrungen und Wissen zu teilen. „Es gibt in vielen Städten und Gemeinden interessante Ansätze. Da kann man nur klüger werden.“ Trotzdem müsse sich jede Kommune selbst vergewissern, wo ihr Weg im Rahmen der digitalen Transformation hingehen kann oder soll und wie er mit der Stadtentwicklung verbindbar ist.

Die Menschen in Freiburg und ihre Smart City

Das Thema „Smart City“ wird in Freiburg ganz unterschiedlich aufgenommen – sowohl was die Themen angeht also auch mit Blick auf die Menschen in der Stadt. „Klassische Smart-City-Themen sind für viele eher schwer verständlich. Gerade die Begriffe ‚Smart City‘ oder ‚Datenraum‘ sorgen häufig für mehr Fragezeichen als Verständnis. Deshalb versuchen wir mit Narrativen zu arbeiten und möglichst einfach zu erklären. Es gibt wie immer Menschen, die viel mehr wünschen, anderen ist schon das Bisherige zu viel. Es braucht auf jeden Fall einen hohen Kommunikationsaufwand, den zu verbessern wir zum Ziel haben und ausbauen wollen, z. B. mit der Konzeptionierung eines umfassend angelegten Stadtportals von dialogisch aufgebauter Information, Kommunikation und von Service bis Datendiensten.“ Um gerade ältere Menschen an das Thema heranzuführen, fördert Freiburg verschiedene Angebote in der Stadt und hat beispielsweise auch die Digitaltage im Juni genutzt, um besonders die Menschen an das Thema „Digitalisierung“ heranzuführen, die damit eher weniger am Hut haben.

Endpunkt Smart City?

Selbst wenn die Digitalisierungsstrategie der Stadt Freiburg aktuell bis 2025 aufgesetzt ist, ist der Weg dann noch nicht zu Ende. „Digitalisierung ist eine Daueraufgabe - und zwar egal in welchem Bereich. Für uns gibt es deshalb keinen definierten Abschluss.“, betont Mutter. Die Strategie werde frühzeitig fortgeschrieben und dabei an die Herausforderungen der Zukunft angepasst.

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