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Smart Country News

19. Oktober 2022

Falscher Klitschko macht Giffey die Bedeutung von Cybersicherheit klar

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey berichtet auf der Smart Country Convention, wie ein Fake-Videoanruf ihren Blick auf die Digitalisierung geschärft hat und welche Rolle Start-ups für die Hauptstadt spielen.

Hämische Reaktionen hagelte es, als Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) im Juni bei einem Video-Telefonat auf einen falschen Vitali Klitschko reinfiel. „Aber dieser Fake- Vitali, er war halt sehr gut gemacht“, erzählte Giffey bei ihrer Keynote auf der Smart Country Convention. Und dass fünf weitere Bürgermeister großer europäischer Städte ebenfalls auf den falschen Kiewer Amtskollegen reingefallen seien, habe ihr gezeigt: „Wir müssen digital widerstandsfähiger werden, müssen sensibilisiert sein dafür, was Nachrichten, was echte Videos sind und was fake ist. Und wir müssen uns fragen, was das für unsere Meinungs- und Willensbildungsprozesse und unsere Demokratie bedeutet.“

Es sei wichtig, dass staatliche Organisationen, Wirtschaft und soziale Akteure gemeinsam die Digitalisierung so nutzen, dass sie Dinge verbessere, aber auch gut vor Angriffen geschützt sei. „Wir haben mehr Angriffe und wehren auch mehr ab. Und wir wissen, dass der Erfolg als digitaler Wirtschaftsstandort sehr damit zusammenhängt, wie sicher wir sein können“, sagte die Regierende Bürgermeisterin.

185 Digitalisierungsprojekte seien in Berlin bereits nutzbar. „Wir sind sehr dabei, mehr Tempo reinzulegen und die Strukturen verbessern“, so die SPD-Politikerin. Sie bekräftigte ihre Bereitschaft, mit Startups zusammenzukommen für Lösungen in der Verwaltung. Mehr als 4.000 Startups schafften über 100.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Berlin, erklärte Giffey und stellte dem rund 140.000 Mitarbeitende in der öffentlichen Verwaltung gegenüber. „Der Startup-Sektor ist ein veritabler Faktor in Berlin.“ Es bestehe ein enger Austausch und schließlich müsse nicht jede Lösung fünfmal ausgedacht werden, „und wenn eine Lösung nur zu 90 Prozent passt, dann nehmen wir lieber die, als lange eine andere zu entwickeln“.

Allerdings schränkte Giffey ein: „Ein schlechter Prozess, den man digitalisiert, ist immer noch ein schlechter Prozess.“ Leistungen müssten aus Nutzerperspektive betrachtet werden. „Die Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht als Störung im Tagesablauf empfunden werden. Die Verwaltung ist Dienstleister, so müssen wir auch daherkommen.“ Inspirierend sei die Zusammenarbeit mit den internationalen Partnerstädten. So habe Jakarta mit der JAKI-App eine Anwendung, die die wichtigsten Leistungen Tag und Nacht abrufbar anbietet. „Ich wünsche mir die Berli-App für Berlin.“

Eine lebenswerte, moderne, attraktive Stadt für alle und auch für all die Talente und Fachkräfte aus aller Welt, die im stetig wachsenden Berlin leben, trotz all der Krisen, das ist Giffeys Vision von der Smart City. Und was macht für sie persönlich die Digitalisierung das Leben in einer solchen Stadt leichter? „Ich finde es ziemlich cool, wenn mein 13-jähriger Sohn morgens in seine App guckt und sieht, ob Unterricht ausfällt oder nicht. Das hätte ich mir in meiner Schulzeit gewünscht.“

Und inzwischen habe sie auch die Handynummer des echten Klitschko.

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