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“No city in the world wants to be dumb. Every city wants to be smart.”

Kopenhagen gestaltet die grüne Smart City der Zukunft – mit Daten, Klimazielen und kontinuierlicher Innovation entsteht eine nachhaltige, lebenswerte Stadt.

Bunte Häuserzeile am Stadthafen von Kopenhagen mit mehreren festgemachten Segelbooten und klar blauem Himmel

Bunte Häuser, Boote im Stadthafen und eine klare Strategie für die smarte Stadt der Zukunft – das ist Kopenhagen. Foto: Pixabay

Für viele Menschen ist Kopenhagen ein Sehnsuchtsort: entspannte Atmosphäre, freundliche Menschen, Cafés am Wasser und Fahrräder überall. Die Stadt wirkt leicht, offen und einladend – ein Ort, an dem man gerne lebt. Doch hinter dieser gefühlten Gelassenheit steckt eine ausgeklügelte Strategie, die Kopenhagen Schritt für Schritt zu einer nachhaltigen Smart City macht.

Christian Gaarde Nielsen, Team Lead beim Copenhagen Solutions Lab, betont:

„Eine Smart City wird erst durch die Funktionen, mit denen sie arbeitet, zu etwas. Es geht darum, die Stadt intelligenter, grüner und sozial nachhaltiger zu gestalten.“

In Kopenhagen bedeutet das konkret: Klimaschutzmaßnahmen, Mobilitätsplanung und Kreislaufwirtschaft werden durch digitale Tools und Daten gestützt, damit die Stadt ihre grünen Ziele erreicht, ohne den Alltag der Menschen zu stören.

Daten, Technologie und Spielplan: die Smart-City-Strategie

Die Smart-City-Strategie Kopenhagens wurde 2014 gestartet. Anfangs herrschte noch Unsicherheit: Technologien sollten eingesetzt werden, aber wozu genau?

„Wir haben zunächst Technologien in der Stadtverwaltung getestet, um zu sehen, wie Prozesse, Entscheidungsfindungen und Arbeitsabläufe verbessert werden können, wenn man über zuverlässigere Daten verfügt“, erklärt Nielsen.

Schnell zeigte sich: Ein starrer Langzeitplan funktioniert nicht, denn Technologie, politische Prioritäten und Organisationen entwickeln sich ständig weiter. Daher entstand der flexible „Spielplan“: ein Rahmen, der Innovation gezielt dort einsetzt, wo sie den größten Nutzen bringt. So ist zum Beispiel ein Ziel die Klimastrategie bis 2035 zu unterstützen, 20 langfristige Projekte voranzutreiben und gleichzeitig laufende Verwaltungsaufgaben sicherzustellen.

Smart City im Alltag: Fahrrad, Energie, Mobilität

Die Strategie zeigt sich im Alltag der Kopenhagener:

  • Fahrradinfrastruktur: Intelligente Ampeln passen sich an die Geschwindigkeit der Radfahrerinnen und Radfahrer an, Daten über Verkehrsfluss werden gesammelt, um Staus zu vermeiden und den Pendlerfluss zu verbessern – ohne den Vorrang anderer Verkehrsteilnehmer zu vernachlässigen.
  • Energie und Gebäude: Digitale Systeme helfen dabei, den Energieverbrauch in Gebäuden zu optimieren, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner genug Wärme haben, aber nicht zu viel bezahlen müssen.
  • Mobilitätslösungen: Sensoren und digitale Plattformen sammeln Echtzeitdaten, um den Verkehr für alle Verkehrsteilnehmer flüssiger zu machen und umweltfreundliche Transportmittel zu fördern.

„Bürgerinnen und Bürger sehen nicht unbedingt, dass dies Smart-City-Projekte sind. Sie erleben einfach bessere Dienstleistungen, effizientere Steuergeldnutzung und kontinuierliche Verbesserungen“, erklärt Nielsen.

Pilotprojekte werden gemeinsam mit Fachbereichen, externen Partnern, Universitäten und dem privaten Sektor entwickelt. Nach erfolgreichen Tests übernehmen die Fachbereiche die endgültige Umsetzung selbst. So entsteht Innovation, die langfristig wirkt, ohne dass die Stadtverwaltung den normalen Betrieb vernachlässigt.

Kontinuierliche Verbesserung statt Endpunkt

Ein zentraler Grundsatz Kopenhagens: Es gibt keinen Endpunkt. „Die Stadt kann sich immer verbessern, immer smarter werden“, so Nielsen. Indem ein Rahmen für kontinuierliche Innovation geschaffen wird, können neue Lösungen getestet und bewertet werden, während der Alltag der Stadt weiterläuft.

Kopenhagen vergleicht sich nicht mit Städten wie London oder New York, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Stattdessen geht es um die grüne Wende und soziale Nachhaltigkeit – und darum, von anderen nordischen Städten wie Helsinki oder Oslo zu lernen, um besser zu werden.

Mit diesem Ansatz zeigt Kopenhagen deutlich: Smart City ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für eine lebenswerte, nachhaltige Stadt – kontinuierlich in Bewegung, um sich immer weiter zu entwickeln und besser zu werden.

Die Entwicklung von Dänemark als Smart Country war schon 2018 Thema – das Land war das erste Partnerland der Smart Country Convention.

Verfasst von: Luisa Gerlach

Stadtentwicklung, Zukunftsstadt , Partnerland, Nachhaltigkeit, Smart Mobility , Future Mobility, Smart City , Digitalisierung
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