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Smart Country News

Zwischen fast failures und Talente angeln – Smart Country Convention startet den zweiten Messetag mit dem Thema E-Government-Strategie

21. November 2018

Die Sache mit dem Angelschein konnte sich der Bremer Staatsrat Hans-Henning Lühr beim Bühnengespräch zum Thema „E-Government Strategie - Neue Wege durch Perspektivwechsel“ nicht entgehen lassen: „Bei uns in Bremen gibt es das sogenannte Stockangeln, das geht auch ohne Angelschein und führt bislang nicht zur Ausplünderung der Gewässer.“ Was haben Verwaltung 4.0 und E-Goverment mit Angeln zu tun? Die Vorlage zum Thema Angelschein stammte von Stefan Krebs, CIO des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration in Baden-Württemberg. Gerade bei weniger kritischen Themen in der Genehmigungsvergabe lasse sich gut mit künstlicher Intelligenz experimentieren. Ein Angel- sei schließlich kein Waffenschein.

Experimentieren, ausprobieren und eine größere Fehlertoleranz nach dem Motto „fast failures“ fördere Agilität – das schien Konsens der Expertenrunde zu sein. Projektteams sollten nicht reglementiert sondern vor allem mit Vertrauen ausgestattet werden. Dass Vertrauen Mut befördere, und Mut auch mal zu Fehlern führen könne, das müsse bewusst einkalkuliert werden. Krebs hatte zur Ermutigung sogar ein altes schwäbisches Sprichwort parat: „Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Dass Not in der Tat erfinderisch macht, belegte Markus Richter vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Beispiel des Datenverbunds, den das BAMF zur Bewältigung der Flüchtlingskrise geschaffen hat.

In Sachen E-Government brauche es grundsätzlich einen Masterplan, damit Föderalismus bei der Digitalisierung von Verwaltungen nicht zum Hemmnis werde. Hier könne Deutschland von Dänemark lernen, war sich die Runde einig. Die drei wichtigsten Punkte des dänischen role models: die Zusammenlegung von Kompetenzen, der Einsatz neuer Technologien und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Darüber hinaus seien aber auch kluge Köpfe gefragt, um den Bereich E-Government voranzubringen. Qualifizierte data scientists sind auch in der Wirtschaft heiß begehrt – hier müssten die Verwaltungen im „war for talents“ noch einiges tun, wichtig sei aber auch die Entwicklung eigener Talente.