Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Presse-Information

22. November 2018

News von der Smart Country Convention: Tag 2

Pressefotos der Smart Country Convention in druckfähiger Qualität finden Sie zum Download hier. Außerdem stellen wir Ihnen TV-Footage zur redaktionellen Verwendung zur Verfügung.Ausgewählte Sessions können Sie im Livestream hier verfolgen.

Zwischen fast failures und Talente angeln – Smart CountryConvention startet den zweiten Messetag mit dem Thema E-Government-Strategie

Die Sache mit dem Angelschein konnte sich der Bremer Staatsrat Hans-Henning Lühr beim Bühnengespräch zum Thema „E-Government Strategie - Neue Wege durch Perspektivwechsel“ nicht entgehen lassen: „Bei uns in Bremen gibt es das sogenannte Stockangeln, das geht auch ohne Angelschein und führt bislang nicht zur Ausplünderung der Gewässer.“ Was haben Verwaltung 4.0 und E-Goverment mit Angeln zu tun? Die Vorlage zum Thema Angelschein stammte von Stefan Krebs, CIO des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration in Baden-Württemberg. Gerade bei weniger kritischen Themen in der Genehmigungsvergabe lasse sich gut mit künstlicher Intelligenz experimentieren. Ein Angel- sei schließlich kein Waffenschein.

Experimentieren, ausprobieren und eine größere Fehlertoleranz nach dem Motto „fast failures“ fördere Agilität – das schien Konsens der Expertenrunde zu sein. Projektteams sollten nicht reglementiert sondern vor allem mit Vertrauen ausgestattet werden. Dass Vertrauen Mut befördere, und Mut auch mal zu Fehlern führen könne, das müsse bewusst einkalkuliert werden. Krebs hatte zur Ermutigung sogar ein altes schwäbisches Sprichwort parat: „Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Dass Not in der Tat erfinderisch macht, belegte Markus Richter vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Beispiel des Datenverbunds, den das BAMF zur Bewältigung der Flüchtlingskrise geschaffen hat.

In Sachen E-Government brauche es grundsätzlich einen Masterplan, damit Föderalismus bei der Digitalisierung von Verwaltungen nicht zum Hemmnis werde. Hier könne Deutschland von Dänemark lernen, war sich die Runde einig. Die drei wichtigsten Punkte des dänischen role models: die Zusammenlegung von Kompetenzen, der Einsatz neuer Technologien und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Darüber hinaus seien aber auch kluge Köpfe gefragt, um den Bereich E-Government voranzubringen. Qualifizierte data scientists sind auch in der Wirtschaft heiß begehrt – hier müssten die Verwaltungen im „war for talents“ noch einiges tun, wichtig sei aber auch die Entwicklung eigener Talente.

Foto: E-Government Strategie - Neue Wege durch Perspektivwechsel

Im „Forum Digitale ländliche Räume“ steckt Ministerin Julia Klöckner die Ziele für die aktuelle Legislaturperiode

Smart Country Convention – drei Wörter, sechs Silben. Kein Zweifel, dass die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), die Betonung auf Silbe zwei und drei legt: Country. In ihrer Keynote im Rahmen des Forum Digitale ländliche Räume, veranstaltet von Bitkom, Deutscher Landkreistag, DStGB und dem Fraunhofer IESE, gilt: Ab jetzt wird die Hauptstadtbrille abgelegt! 90 Prozent des Landes sind ländlicher Raum, und angesichts dieser Tatsache hat die Ministerin ein klares Programm: „Wir lassen uns nicht abspeisen mit einem Deutschland der zwei Geschwindigkeiten!“ Das heißt vor allem, dass „Tele-Arbeit im ländlichen Raum möglich sein muss“. Als Voraussetzung nennt Klöckner „Breitband für alle“, „99 Prozent“ reichen ihr nicht.

Aufklärungsarbeit zum großen Potential der Digitalisierung im ländlichen Raum, gerade auch in der Landwirtschaft, hat die Ministerin selbst in ihrem eigenen Ministerium zu leisten. Zweifel wie „Du willst doch nicht, dass jede Milchkanne digital angebunden wird“, fegt sie vehement aus dem Weg. Doch, genau das will sie. Das romantische Bild der Landwirtschaft müsse dringend korrigiert werden. „Alle sprechen vom autonomen Fahren, aber die Bäuerin soll immer noch pfeifend mit der Milchkanne über’n Hof hüpfen. Dabei ist das autonome Fahren auf dem Acker bereits Realität.“

Auch die Berufsbilder im Bereich Landwirtschaft müssten daher dringend korrigiert werden. Weniger parteiübergreifende Parole dafür mehr Bildungsauftrag ist somit ihr Appell: „Die grünen Berufe sind verdammt coole Berufe!“. Zahlreiche Einsatzgebiete für digitale Technik stehen auf Klöckners Liste, darunter vollautomatische Erntehelfer, im Bereich Pflanzenschutz Precision Farming und der Einsatz von Drohnen, im Bereich Vernetzung dörfliche Co-Working Spaces sowie für die gesamte Landbevölkerung die Weiterentwicklung der Telemedizin und den Bedürfnissen angepasste Apps wie beispielsweise eine Senioren-App.

Aktuell habe das Landwirtschaftsministerium mit 6,3 Milliarden Euro einen bislang beispiellosen Etat für Forschung und Entwicklung. Der müsse jetzt nur noch von den Ländern abgerufen werden, so ihre Botschaft an die im Publikum anwesenden Landräte. Am Ende der Legislaturperiode möchte Klöckner, dass die, „die heute abgehängt sind, vielleicht sogar als Lokomotive vorne dran sind“.

Foto: Julia Klöckner auf der Smart Country Convention

  

Hackathon bringt digitalen Fortschritt direkt zum Einsatz

Beim Hackathon Smart Country{Hacks} hatten zwölf Teams 24 Stunden lang Zeit, Prototypen für Verwaltungen und öffentliche Dienstleistungen  zu programmieren. Ziel war es, möglichst viele Ideen zu bündeln und erste konkrete Pläne zu erarbeiten. Unterstützt wurden die Hacker von Städten und Kommunen wie Freiburg, Norderstedt, Berlin und München, die sich einen Mehrwert für den Digitalisierungsprozess ihrer Verwaltung erhofften. Thematisch setzten sich die Teams mit den Themen Verkehrssicherheit, Umweltschutz und E-Governance auseinander.

Den Sonderpreis der Stadt Berlin erhielt das Team „Bruno“. Ihr Chatbot Bruno kommuniziert über eine Applikation mit dem Bürger und kann so unkompliziert Termine für den nächsten Besuch beim Bürgeramt ausmachen, ohne dass man über unnötig komplizierte Webtools nach einem freien Termin im nächsten Bürgeramt suchen muss. Die Stadt Freiburg zeichnete das Projekt City Matters aus, welches Feinstaubmessanlagen an Bussen des öffentlichen Nahverkehrs befestigen möchte. Die Daten der Box werden in eine digitale Cloud eingespeist, auf welche die Stadtverwaltung zugreifen kann. So erhält die Behörde einen Live-Bericht über die Feinstaubbelastung des gesamten Stadtgebiets.

Die Landeshauptstadt München zeichnete das Team TZBP aus. TZBP steht für Team Zeitlich Begrenztes Parkverbot. Mit der App des Projekts lässt sich via Augmented Reality die Stelle auswählen, für die man ein Parkverbot beantragen möchte. Der Antrag geht dann automatisch an den zuständigen Sachbearbeiter. Weiterhin warnt die App auch vor neuen Halteverboten in einer präferierten Region des Nutzers. Die Idee begeisterte nicht nur die Stadt München, sondern auch das Publikum (Publikumspreis) und die Jury (3. Platz).

Der zweite Preis ging an das Projekt „My Index“, welches Nutzern über eine App schnellere Informationen zu Fragen an die Kommune bietet. Der erste Preis der Jury und der Challenge Preis der Stadt Norderstedt ging an das Projekt „Saftey First“. Dieses bietet Eltern die Möglichkeit, einen sicheren Schulweg für ihre Kinder zu finden. Die Software erkennt potentielle Gefahren wie Unfall-Hotspots oder mangelnde Beleuchtung.

Egal ob smarte Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr oder Sicherheit für Kinder – eine Erkenntnis zog sich bei allen Projekten durch: Digitalisierung kann nur mit Open Data funktionieren.

 Foto

vialytics und JobKraftwerk erhalten den Smart Country Startup Award 2018

Die beiden Startups vialytics und JobKraftwerk gewinnen den Smart Country Startup Award. Der Innovationspreis für junge Unternehmen mit herausragenden Lösungen für den Public Sector wurde von Get Started, der Started Initiative des Bitkom, vergeben. Die Preisverleihung fand dieses Jahr erstmalig im Rahmen der Smart Country Convention im CityCube Berlin statt. Sechs Finalisten präsentierten dabei ihr Startup vor einer Expertenjury und einem großen Fachpublikum. Gesucht wurden die innovativsten Ideen in den Kategorien Smart City und E-Government. „Alle sechs Finalisten haben beeindruckende Lösungen für den Public Sector präsentiert und demonstriert, welche Möglichkeiten es schon heute für eine moderne, digitale Verwaltung gibt und was uns in der Smart City der Zukunft erwartet. Sie haben damit nicht nur die Jury beeindruckt, sondern auch das Fachpublikum der Smart Country Convention“, sagte Jenny Boldt, Referentin Startups beim Bitkom. „Mit vialytics und JobKraftwerk haben zwei Startups gewonnen, die nicht nur mit der Innovationskraft ihrer Lösungen überzeugen konnten, sondern auch mit dem möglichen Nutzen für die Bürger und die öffentliche Hand.“

Das Startup vialytics aus Stuttgart konnte sich in der Kategorie Smart City durchsetzen. Das Startup vialytics bietet eine smarte Lösung für bessere Straßen. Mit einem modifizierten Smartphone können Kommunen den Zustand ihrer Straßen selbst erfassen und auswerten. Die Daten können dann zum Beispiel dazu dienen, notwendige Reparaturen und Instandhaltungen rechtzeitig durchzuführen.

JobKraftwerk aus Berlin hat in der Kategorie E-Government gewonnen. JobKraftwerk will dabei helfen, Geflüchtete in Deutschland besser und nachhaltiger zu integrieren. Mit ihrem digitalen Integrations- und Case-Management erleichtern sie beispielsweise die digitale Datenerfassung einer Person und machen diese über ihre Plattform verschiedenen staatlichen und privaten Akteuren zugänglich.

Die Gewinner bekommen jeweils ein Preisgeld von 5.000 Euro pro Kategorie. Zudem erhalten sie eine kostenfreie Get Started Mitgliedschaft sowie die Möglichkeit, ein breites Netzwerk an etablierten Unternehmen, Investoren und Kontakten aus dem Public Sector kennenzulernen. Partner des Smart Country Startup Award 2018 waren unter anderem KPMG, die Messe Berlin und Berlin Partner.

Die Smart Country Convention ist eine neue Veranstaltung rund um die Digitalisierung des Public Sector und wird vom Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit der Messe Berlin durchgeführt. Das dreitägige Event findet jedes Jahr im November auf dem Berliner Messegelände statt und bringt alle relevanten Akteure aus Verwaltung, Politik, Digitalwirtschaft, Verbänden und Wissenschaft zusammen. Als Kombination aus Congress, Workshops, Expo und Networking widmet sich die Smart Country Convention der Digitalisierung von Städten, Gemeinden und des öffentlichen Raums. Dabei geht es sowohl um die digitale Verwaltung als auch um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Sicherheit, Abfall, Wasser, Bildung, Gesundheit und Wohnen.

www.smartcountry.berlin

Bitkom vertritt mehr als 2.500 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.700 Direktmitglieder. Sie erzielen allein mit IT- und Telekommunikationsleistungen jährlich Umsätze von 190 Milliarden Euro, darunter Exporte in Höhe von 50 Milliarden Euro. Die Bitkom-Mitglieder beschäftigen in Deutschland mehr als 2 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, mehr als 400 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Geräte und Bauteile her, sind im Bereich der digitalen Medien tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. 80 Prozent der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils 8 Prozent kommen aus Europa und den USA, 4 Prozent aus anderen Regionen. Bitkom fördert und treibt die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und setzt sich für eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen ein. Ziel ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Digitalstandort zu machen.

Die Messe Berlin GmbH zählt zu den zehn umsatz- und wachstumsstärksten Messegesellschaften weltweit. Sie konzipiert, vermarktet und veranstaltet jedes Jahr hunderte von Liveevents in Berlin und auf der ganzen Welt. Zu ihrem breiten Portfolio gehören die globalen Marken und Leitmessen IFA, InnoTrans, ITB, FRUIT LOGISTICA und die Internationale Grüne Woche, ebenso, wie Großkonferenzen und herausragende Events, so zum Beispiel die Fanmeile am Brandenburger Tor. Mit rund 90 Auslandsbüros vertreibt die Messe Berlin ihre Veranstaltungen in über 170 Ländern. Allein bei den Veranstaltungen am Stammsitz unter dem Funkturm in Berlin akkreditieren sich jedes Jahr rund 30.000 Medienvertreter aus der gesamten Welt. Damit fördert und treibt die Messe Berlin die Entwicklung der Metropole Berlin. Ziel ist, auf allen Veranstaltungen der Messe Berlin den Besuchern ein herausragender Gastgeber zu sein, bestmögliche Geschäftsimpulse für den Einzelnen zu geben und faire Bedingungen für Jeden zu gewährleisten. Dieses Selbstverständnis spiegelt sich im Unternehmensmotto: Messe Berlin – Hosting the World.