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Presse-Information

21. November 2018

News von der Smart Country Convention: Tag 1

Pressefotos der Smart Country Convention in druckfähiger Qualität finden Sie zum Download hier. Außerdem stellen wir Ihnen TV-Footage zur redaktionellen Verwendung zur Verfügung.

Ausgewählte Sessions können Sie im Livestream hier verfolgen.

Dänemarks Ministerpräsident LarsLøkke Rasmussen eröffnet Smart Country Convention

 „Es ist kein Zufall, dass die Smart Country Convention hier stattfindet“, so Dänemarks Ministerpräsident LarsLøkke Rasmussen in seiner Keynote zur Eröffnung der Messe. „Sie sind eine wichtige Stütze für Europa und eine Inspiration für die Welt. Digitalisierung ist nicht nur eine Herausforderung für jedes einzelne Land, sondern ein Thema, bei dem wir nur mit vereinten Kräften zu Fortschritten kommen.“

 Laut der Europäischen Kommission ist Dänemark das am stärksten digitalisierte Land Europas, laut den UN in Bezug auf E-Government das am meisten digitalisierte Land der Welt. Einen Sozialstaat wie Dänemark charakterisiere, so Rasmussen, ein relativ großer öffentlicher Verwaltungsapparat. Dieser spiele eine wesentliche Rolle darin, wie eine Gesellschaft funktioniere. In dieser Hinsicht hebt der Ministerpräsident Errungenschaften wie eine „Easy-ID“ für alle Bürgerinnen und Bürger, das digital zugängliche Gesundheitssystem sowie digitale Registrierungsverfahren für Wirtschaftsunternehmen hervor.

„Solid, safe and smart“ sind in Dänemark die Stichworte in Bezug auf die Kommunikation zwischen Bürgern, Dienstleistern und öffentlichen Einrichtungen. Dabei kann der Ministerpräsident in puncto Datensicherheit auf das Vertrauen von 80 Prozent der Däninnen und Dänen bauen, weit mehr als anderswo. Ziel müsse jedoch das absolute Vertrauen sein. Um dies zu erreichen, stehen Datenschutz, Daten-Ethik und Cyber-Sicherheit ganz oben auf der Liste der dänischen Regierung: „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Datensysteme gegen Cyber-Attacken sicher sind.“

Auch in Anbetracht von kritischer Infrastruktur wie Krankenhäuser, Energieversorgung und Militär habe Cyber-Sicherheit selbstverständlich oberste Priorität. „Ich hoffe, dieser Kongress wird dazu dienen, weitere Kooperationen innerhalb unserer europäischen Familie zu ermöglichen“. Denn die Digitalisierung sei nicht herzlos, so Rasmussen, sie habe ein Herz für jeden Bürger.

Foto: Dänischer Ministerpräsident LarsLøkke Rasmussen - Download (JPG)

„Nutzerorientierung first“ - BMI-Staatssekretär Klaus Vitt startet Zentrales Rechnungseingangsportal

Das neue Zentrale Rechnungseingangsportal XRechnungen des Bundesministerium des Innern (BMI), für Bau und Heimat und des Bundesministerium der Finanzen ist pünktlich mit dem Start der Smart Country Convention eröffnet. Nach einer Pilotphase konnte das neue elektronische Rechnungssystem für die öffentliche Verwaltung des Bundes per Tablet von Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, in Betrieb genommen werden.

XRechnungen gehört laut Vitt genauso wie ein komplett digitalisierter Gesetzgebungsprozess zu den Aufräumarbeiten auf Bundesebene, um damit die Grundlage zu schaffen für innovative Digitalisierungsprozesse von Verwaltungsleistungen. Auch dafür hat das BMI mehrere Projekte in der Pipeline: Dazu gehören, wie der Staatssekretär in seiner Keynote ausführt, das 2017 verabschiedete Onlinezugangsgesetz (OZG), ein Portalverbund, eine E-Government-Agentur sowie ein Single Digital Gateway.

Ziel des OZG sei es, „innerhalb von fünf Jahren (ab 2017) alle Verwaltungsleistungen auf den entsprechenden Verwaltungsebenen auch online anzubieten“. Das gelte für den Bund, die Länder und die Kommunen gleichermaßen, so dass deren Verwaltungsportale entweder neu aufgebaut oder weiter entwickelt werden müssten. Diese sollen dann zu einem Portalverbund zusammengeführt werden: „Wir arbeiten zusammen daran, alle Verwaltungsleistungen über den Portalverbund anzubieten. Dabei wird es künftig egal sein, ob der Bürger das Bundesportal, das Bayernportal oder das Düsseldorfer Kommunalportal benutzt. Das heißt, egal, wo er einsteigt und welche Dienstleistungen er benötigt: Er wird immer richtig weitergeleitet.“ Das neue Grundprinzip des BMI laute: „Nutzerorientierung first“. Auch die neue E-Government-Agentur für die digitale Transformation der Bundesverwaltung soll daher in enger Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen sowie Wirtschaft und Zivilgesellschaft erfolgen. Anfang 2019 soll die E-Government-Agentur „mit einem kleinen Team“ startbereit sein.

Neben der Nutzerorientierung betont Vitts Keynote die maßgebliche EU-Kompatibilität aller Maßnahmen: „Die EU wird eine immer stärkere Rolle in der Verwaltungsdigitalisierung spielen. Das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf Mobilität innerhalb der EU und innerhalb des EU-Binnenmarktes erfordert von uns eine grenzüberschreitende Digitalisierung der Verwaltung.“ Die Implementierung des Single Digital Gateway soll daher Zugang zu Verwaltungsleistungen der EU ermöglichen. Über das Portal Your Europe werden 20 ausgesuchte EU-Verwaltungsverfahren vollständig online bereitgestellt. Dass diese Maßnahmen auch neue Anforderungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung stellen, sei klar. Erste Schritte seien getan. Aber: „Darauf können wir uns nicht ausruhen.“

Foto: Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat - Download (JPG)

Deutschland auf einen guten Weg in die Mobilität der Zukunft

Die Fachkonferenz zur Mobilität der Zukunft, veranstaltet von dem Digitalverband Bitkom, dem Verband Kommunaler Unternehmen und dem deutschen Städtetag, wurde von Nico Gramenz von SIEMENS Mobility eröffnet. Er forderte in seiner Keynote mehr „Visionen“ und mehr „Verrückte“, die bereit wären, den nächsten Schritt zu wagen. Nur wer in Zukunft an kundenorientieren intermodalen Transportkonzepten arbeite, werde ein Teil der Zukunft der Mobilität sein können. Dafür brauche es eine effektive und zielgerichtete Vernetzung von sämtlichen Anbietern.

In dem darauffolgenden Bühnengespräch forderte der Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Marcel Philipp, ein konkretes Umdenken der städtischen Verkehrskultur: „Es geht darum, den Verkehr einer Stadt nicht unbedingt zu verringern, man muss ihn aber verträglicher machen und dafür brauchen wir ein digitales Umdenken“. Philipp betonte die hohe Relevanz von multimodalen Möglichkeiten im öffentlichen Nahverkehr. Man müsse mit einer App sämtliche Dienste wie Car-Sharing, ÖPNV und Citybikes nutzen können. Er selbst versuche tagtäglich, mit seiner Politik die Stadt Aachen ein Stück offener für Veränderungen zu gestalten.

Offenheit für Veränderung bekundete auch der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe München mbH. Im Zuge der Digitalisierung müsse man sich jedoch eingestehen, dass die Infrastruktur in vielen europäischen Großstädten nicht für den Mobilitätsanspruch geeignet sei. Damit schließt er auch autonom fahrende Stadtbusse ein: „Automatisiertes Fahren ist ein Thema, an welchem wir sehr interessiert sind. Level 4 ist jedoch nicht der Business Case für den ÖPNV. Wir brauchen Level 5.“

Ein Umdenken fordert auch die Politik, beteuert aber, dass sich Deutschland schon auf einen guten Weg befände: Dr. Tobias Miethaner, Abteilungsleiter des Bundesinnenministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, hob lobend hervor: „Wir haben im letzten Jahr als erstes Land der Welt Level 3 und Level 4 auf Straßen per Gesetz zugelassen“. Die politische Opposition, vertreten von Daniela Kluckert (FDP), forderte die Regierungsparteien zu einem stärkeren Handeln und mehr Wagnis auf: „Wir sind in allen Bereichen der Digitalisierung sehr zurück. Wir brauchen ein generelles Umdenken im Verkehrsministerium, damit wir digital werden und Innovationen zulassen können“.

Stadt, Land, Bürger - das Forum digitale Städte von Bitkom, DStGB und Städtetag appelliert an Zugänglichkeit

Darmstadt ist Deutschlands Superstar unter den smarten Städten. Beim Wettbewerb „Digitale Stadt“, einer gemeinsamen Initiative des Digitalverbands Bitkom und des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, setzte sich die südhessische Stadt gegen 13 weitere Bewerber durch, fünf kamen in die engere Auswahl: Neben Darmstadt waren das Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg. Bewerben konnten sich mittelgroße Städte mit zwischen 100.000 und 150.000 Einwohnern, die eine gute Infrastrukturanbindung sowie die Nähe zu einer Hochschule aufweisen konnten.

Das Konzept des Wettbewerbs ist, wie Jan Strehmann, Referent Smart City & Smart Region bei Bitkom e.V., auf dem Forum Digitale Städte der Smart Country Convention erläuterte, Teil eines umfassenden Plans für deutsche Smart-City-Strategien. 53 Städte sind derzeit in der Pilotphase, 11 000 Kommunen müssen insgesamt erreicht werden. Wie geht das? Dazu ließen sich Vertreterinnen und Vertreter von Land und Kommunen sowie zahlreiche Fachbesucherinnen und -Besucher auf dem voll besuchten Nachmittagsforum von den fünf Endauswahlstädten inspirieren. Die Keynote hielt Oberbürgermeister Frank Baranowski aus Gelsenkirchen, wo aktuell über 250.000 Einwohner leben, also etwa doppelt so viel wie zum Wettbewerb zugelassen. Der Tenor seiner Keynote und der Pitches seiner Kolleginnen und Kollegen aus den mittelgroßen Städten lässt sich trotzdem in einem Satz zusammenfassen: Smarte Städte brauchen smarte Bürgerinnen und Bürger.

„Bürger mitzunehmen“ ist in den Augen der Stadtrepräsentanten ganz klar die Hauptaufgabe der Politik. Baranowskis Sechs-Punkte-Plan: Einfache Sprache, ein über die Wahlperiode hinaus angelegten Digitalisierungsmodell, die Einbeziehung von Kulturschaffenden, Nutzbarkeit und Nützlichkeit, Spaß sowie die Erkenntnis, dass Neues Altes nicht ersetzt sondern ergänzt.

Ergänzende Praxisbeispiele lieferten Darmstadt, Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg auf dem Forum im analogen Eieruhrentakt. Von digitalen Mängelmeldern im öffentlichen Raum über Hebammenchat, Feuerwehr Body Cams zu Digitallotsen in der Verwaltung. Und auch bei den Forderungen gab es klare Übereinstimmungen: 5 G, Glasfaserausbau und „raus aus dem Keller“. Die Informations- und Kommunikationsabteilung müssen aufgewertet werden. In Heidelberg zieht das neue Digitalamt im April 2019 in den Innovationspark um. Und damit ist auch klar, dass digitale Innovationen in Smart Cities genauso zugänglich sein sollen wie? Ja, genau: der Stadtpark.

Foto: Forum digitale Städte von Bitkom, DStGB und Städtetag - Download (JPG)

Die Smart Country Convention ist eine neue Veranstaltung rund um die Digitalisierung des Public Sector und wird vom Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit der Messe Berlin durchgeführt. Das dreitägige Event findet jedes Jahr im November auf dem Berliner Messegelände statt und bringt alle relevanten Akteure aus Verwaltung, Politik, Digitalwirtschaft, Verbänden und Wissenschaft zusammen. Als Kombination aus Congress, Workshops, Expo und Networking widmet sich die Smart Country Convention der Digitalisierung von Städten, Gemeinden und des öffentlichen Raums. Dabei geht es sowohl um die digitale Verwaltung als auch um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Sicherheit, Abfall, Wasser, Bildung, Gesundheit und Wohnen.

www.smartcountry.berlin

Bitkom vertritt mehr als 2.500 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.700 Direktmitglieder. Sie erzielen allein mit IT- und Telekommunikationsleistungen jährlich Umsätze von 190 Milliarden Euro, darunter Exporte in Höhe von 50 Milliarden Euro. Die Bitkom-Mitglieder beschäftigen in Deutschland mehr als 2 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, mehr als 400 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Geräte und Bauteile her, sind im Bereich der digitalen Medien tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. 80 Prozent der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils 8 Prozent kommen aus Europa und den USA, 4 Prozent aus anderen Regionen. Bitkom fördert und treibt die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und setzt sich für eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen ein. Ziel ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Digitalstandort zu machen.

Die Messe Berlin GmbH zählt zu den zehn umsatz- und wachstumsstärksten Messegesellschaften weltweit. Sie konzipiert, vermarktet und veranstaltet jedes Jahr hunderte von Liveevents in Berlin und auf der ganzen Welt. Zu ihrem breiten Portfolio gehören die globalen Marken und Leitmessen IFA, InnoTrans, ITB, FRUIT LOGISTICA und die Internationale Grüne Woche, ebenso, wie Großkonferenzen und herausragende Events, so zum Beispiel die Fanmeile am Brandenburger Tor. Mit rund 90 Auslandsbüros vertreibt die Messe Berlin ihre Veranstaltungen in über 170 Ländern. Allein bei den Veranstaltungen am Stammsitz unter dem Funkturm in Berlin akkreditieren sich jedes Jahr rund 30.000 Medienvertreter aus der gesamten Welt. Damit fördert und treibt die Messe Berlin die Entwicklung der Metropole Berlin. Ziel ist, auf allen Veranstaltungen der Messe Berlin den Besuchern ein herausragender Gastgeber zu sein, bestmögliche Geschäftsimpulse für den Einzelnen zu geben und faire Bedingungen für Jeden zu gewährleisten. Dieses Selbstverständnis spiegelt sich im Unternehmensmotto: Messe Berlin – Hosting the World.